Saisonrückblick beim Bezirksoberligisten aus dem Kleebachtal

(RA).- Einen Platz unter den ersten Fünf – das war die ausgegebene Zielsetzung von Trainer Andreas Wirth in der Vorbereitungsphase zur 4. Bezirksoberliga-Saison beim FC Cleeberg. Einige hielten ihn für größenwahnsinnig, andere belächelten seine ehrgeizige Zielsetzung.Doch wer den akribisch arbeitenden Coach kennt, der weiß, wie intensiv er sich mit den Gegnern im Vorfeld beschäftigt, wie er seine Beziehungen spielen lässt, um sich über Stärken und Schwächen der Gegner und des gesamten Umfeldes der Bezirksoberliga zu informieren. Andreas Wirth soll am Ende richtig liegen, Platz fünf wurde es am Ende, der Direktaufstieg musste zwar drei Spieltage vor Saisonende abgehakt werden, doch die Hoffnung auf die Relegationsrunde zur Landesliga blieb bis zum letzten Spieltag, ehe auch dieser denkbar knapp verpasst wurde.
Dabei begann die Saison 2006/2007 für den FC Cleeberg keinesfalls nach Wunsch. Ein glücklicher 3:2-Auftaktsieg nach 0:2-Rückstand beim Landesliga-Absteiger FC Pohlheim in Holzheim zeigte, dass die Mannschaft zwar nie aufgibt, aber auch Mängel in manchen Bereichen offenbarte. Genau hier setzte Wirth den Hebel an. Das erste Heimspiel endete aber noch mit einer peinlichen Pleite. Der SSV Frohnhausen zeigte sich in allen Belangen überlegen und fügte dem FC Cleeberg beim 5:0 Erfolg die bisher höchste Niederlage in vier Jahren Bezirksoberliga zu, schlimm nur, dass der FCC mit dem Ergebnis noch gut bedient war. Die nächste Partie in Birklar endete mit einem 1:1 und mit 4 Punkten belegte der FC Cleeberg den 12. Rang am dritten Spieltag. Dies sollte die schlechteste Platzierung in der gesamten Runde bleiben. Danach ging es aufwärts. 2:1 in Langenaubach, 5:2 über den FSV Braunfels II, 2:1 gegen den FV Breidenbach und ein deutlicher 3:0 Erfolg in Neustadt nach 7 Spielen stand das Team auf dem 2. Tabellenplatz. – Erste Aufstiegsgedanken gingen den Spielern durch den Kopf, erst mussten sich die Verantwortlichen und die Zuschauer an die neue Situation gewöhnen. Punktgleich mit Spitzenreiter Ederbergland, Burgsolms und Lollar die großen Konkurrenten bereits 5 Zähler zurück.
Nicht der Gegner, sondern sintflutartige Regenfälle stoppten den FCC im Bemühen einen Hauptkonkurrenten abzuschütteln. In Burgsolms war in der Pause Schluss, Schiedsrichter Martin Reitz konnte das Spiel nicht mehr fortsetzen, der FC hatte Burgsolms sicher im Griff , hätte wahrscheinlich die drei Punkte mitgenommen, aber es sollte nicht sein.
Doch schon der nächste Spieltag brachte ein erneutes Novum. 4:0 über den TUS Naunheim und wer die Tabelle studierte, fand den FC Cleeberg erstmals an der Tabellenspitze der Bezirksoberliga. Diese konnte nach einem 1:0 Erfolg beim VfB Wetter sogar gehalten werden, weiterhin im Schlepptau Ederbergland, Lollar und Burgsolms. Spiel 10 bedeutete einen glatten 4:1 Heimsieg über den TSV Michelbach und die Führung wurde ausgebaut. Dann der erste Dämpfer: 1:2 Niederlage äußerst unglücklich beim TSV Kirchhain und auch das Schlagerspiel gegen Eintracht Lollar brachte beim 1:1 nicht den erhofften Sieg, die Spitzenposition ging verloren. Eine 2:0 Führung wird in Dillenburg noch verspielt, der SSV erkämpft sich in der Schlussphase noch einen 3:2 Sieg. Die Partie in Ederbergland geht knapp mit 0:1 verloren. Trotzdem bleibt der FC Cleeberg oben dabei, denn zum Abschluss der Vorrunde gelingt ein hoher 4:1 Sieg über den FV Wallau.
Zum Auftakt der Rückrunde erkämpft sich der FC Pohlheim einen verdienten Punkt in Cleeberg, die Partie endet 2:2. Dramatisch verläuft die Nachholbegegnung in Burgsolms. In der 90. Minute geht Cleeberg mit 1:0 in Führung, kassiert aber im Gegenzug in der Nachspielzeit den unglücklichen Ausgleich. In Frohnhausen kann zwar keine Revanche für die Hinspielschlappe genommen werden, aber das 1:1 lässt das „Frohnhausen-Trauma“ vergessen. Im Heimspiel gegen Birklar kann die Mannschaft zwar keine Bäume ausreißen, der schwache Gegner ermöglicht aber einen sicheren 3:1 Heimerfolg. In Braunfels reicht es dann zu einem etwas enttäuschenden 1:1 im letzten Spiel vor der Winterpause und der FC Cleeberg überwintert auf einem Aufstiegsplatz, hält Rang zwei hinter dem FC Ederbergland, der sich schon einen deutlichen Vorsprung herausgearbeitet hat.
In den letzten Jahren holte die Mannschaft die wichtigsten Punkte zumeist in den Spielen nach der Winterpause. Diesmal sollte es anders kommen. Gerade in dieser Phase „vergeigt“ die Elf von Andreas Wirth einige Spiele und verliert an Boden, während die Konkurrenten aus Burgsolms und Lollar von hinten her das Feld aufrollen. Heimlich still und leise rückt auch der Vorjahresaufsteiger VfL Neustadt immer näher heran und schließlich in die Spitzengruppe hinein. Auch Kirchhain, Dillenburg und Wetter holen zwischenzeitlich auf, Dillenburg und Kichhain belegen im April zeitweise den 2. Platz, während der FC Cleeberg sogar bis auf den 8. Tabellenplatz abrutscht.


Als erste Partie nach der Winterpause steht das Pokalspiel gegen den VfB Aßlar an und völlig überraschend gelingt ein 3:2 Erfolg nach Verlängerung gegen den Landesligisten. Allerdings kann die Euphorie dieses Sieges nicht mit in die Punktspiele genommen werden. 0:1 gegen den VfL Neustadt, der Auftakt 2007 geht völlig daneben. Dann die emotionsgeladene Partie gegen den FC Burgsolms, der mit einem Blitzstart den Kleebachtalern den Schneid abkauft und am Ende mit 2:1 erstmals seit 2 Jahren wieder ein Spiel gegen Cleeberg gewinnt. Auch in Naunheim reicht es nicht zu einem Sieg, 0:0 lautet das Endergebnis nachdem die Wagner-Elf zwei Elfmeter vergibt. Der FC Cleeberg scheint abgeschrieben, kommt aber wieder zurück nachdem im Nachholspiel in Breidenbach ein sicherer 2:1 Erfolg gefeiert werden darf. Die Maschinerie läuft wieder, Wetter wird mit 4:1 nach Hause geschickt und ist mit dem Ergebnis ebenso gut bedient wie eine Woche später der SSV Langenaubach mit seiner 0:4 Schlappe. In Michelbach gibt es dann aber beim 0:0 einen weiteren nicht einkalkulierten Punktverlust. Für den Gegner TSV Kirchhain bedeutet die 1:2 Niederlage in Cleeberg das Aus im Kampf um einen der drei ersten Plätze, dafür bleibt die Heimelf aber im Geschäft.
Zum Spiel der Spiele erwartet Eintracht Lollar den FC Cleeberg. Beide Teams liegen gleich-auf auf den Plätzen drei und vier. Der Sieger hat gute Karten, aber auch der Verlierer darf weiter hoffen. In einer dramatischen Begegnung siegt am Ende das Team mit der größeren Cleverness, Lollar holt sich einen 1:0-Erfolg. Was aber noch schwerer als die Niederlage wiegt, sind zwei dumme Platzverwei-se in der Schlussphase für Frank Itter und David Pizzini. Trotz der Personalausfälle wird die Chance durch einen glatten 3:0-Erfolg über den SSV Dillenburg gewahrt.
Am vorletzten Spieltag reist der bereits als Meister und Aufsteiger feststehende FC Ederbergland nach Cleeberg an, führt bis in die Schlussphase mit 3:1, um dann aber noch den unbändigen Kampfgeist der Wirth-Schützlinge zu spüren. In einer an Dramtik kaumu überbietenden Schlussphase rettet der FCC noch einen Punkt, die Partie endet 3:3 und die Chance zur Relegationsteilnahme bleibt bestehen. Allerdings kann die Mannschaft das Ziel nicht mehr aus eigener Kraft am letzten Spieltag erreichen. Muss selbst beim Absteiger in Wallau gewinnen und auf Schützenhilfe aus Burgsolms und Frohnhausen hoffen. Der erwartete Sieg in Wallau gelingt, das eigene Scherflein zur Relegation ist beigetragen, doch weder der SSV Frohn-hausen noch der FC Burgsolms helfen mit, verlieren ihre Spiele gegen Neustadt bzw. Lollar. Beide Teams bleiben somit vor dem FC Cleeberg, der am Ende mit Platz fünf die beste Platzierung seit der Bezirksoberliga-Zugehörigkeit erreicht.