Im Spitzenspiel der E-Junioren, Kreisklasse, Gruppe 3 im Kreis Wetzlar, trafen am Freitagabend höchst unterschiedliche Welten der Spielkultur aufeinander, wobei wieder fast die gesamte Cleeberger Mannschaft schmerzhafte Erfahrungen sammelte. Kurz gesagt: Nauborn trifft und tritt auf Spielkunst! Nachdem Hinspiel am 30.09. 2009 schrieb der Berichterstatter, dass die Cleeberger Spieler auch aus schmerzhaften Erfahrungen (Tätlichkeiten, Faustschläge) lernen müssen. Weiter warf er damals die Frage auf, warum die Nauborner Verantwortlichen ihren Kindern nicht Einhalt gebieten. Außerdem: „Das ist schade, denn die Nauborner spielen so guten Fussball, dass sie die üble Nachtreterei gar nicht notwendig haben.“ Vom guten Nauborner Fussball war nur sehr wenig zu sehen, dafür haben sie ihre besondere Art des Fussballs (spielen passt hier nicht dazu) noch gesteigert. Das Erschreckende war, dass vom Nauborner Trainer der Nachtreterei wieder kein Einhalt geboten wurde. Im Gegenteil, die Spieler wurden von ihm auch noch angehalten so reinzugehen. Den Naubornen Kindern, die auf ihren Trainer gehört haben, kann man also nicht zwingend einen Vorwurf machen. Das einzig Erfreuliche, es haben sich nicht alle Kinder an diese Vorgaben ihres Trainers gehalten. Zum Spiel: Cleeberg nahm von Beginn an das Heft in die Hand. In der ersten Minute landete ein schöner Weitschuss von Lara Schmidt auf der Latte. In der 7. Minute legt Luca Itter seinem Bruder Davide auf, ein Nauborner Spieler klärt in höchster Not auf der Linie. Beim nächsten Angriff spielt Luca zu Patrick Löw, der schiebt zum 1:0 ein. In der 9. Minute spielt sich Davide durch die Nauborner Reihen. Als er am „letzten Mann“ der Nauborner vorbei ist, holt in dieser mit einer rüden Attacke, von hinten in die Achillessehne, von den Beinen. Der Piff ertönt und es gibt 8-Meter. Vom Schiedsrichter gibt es aber nicht einmal eine Ermahnung. Vom Nauborner Trainer dafür ein Lob und ein „weiter so“ zu seinem Spieler. Luca verwandelt sicher zum 2:0. Davide spielt unter Schmerzen weiter, leitet noch einen Pass zu Luca, der in der 11. Minute das 3:0 erzielt. Dann ist für Davide das Spiel aber zu Ende. Danach die erste große Chance für Nauborn, die knapp am Pfosten vorbei geht. Im Gegenzug läuft der Ball über Patrick und Lucas zu Luca, der ebenfalls knapp vorbei schiebt. In der 14. Minute hält ein Nauborner Spieler als er gegen Lara zu spät kommt wenigstens noch den Fuß darüber. Lara muss länger behandelt werden, kann dann aber weitermachen. In der 18 Minute trifft Patrick Löw nur den Pfosten. Die Cleeberger spielten auch in der zweiten Hälfte aus der meist sehr sicheren Abwehr wieder schnell nach vorne und überrannten die nun etwas müde wirkenden Nauborner ein ums andere Mal. In der 28. Minute spielt der agile und sehr überzeuigend spielende Patrick Löw zu Max Schmider, der das Leder kunstvoll an den Pfosten setzt. Zwei Minuten später erzielt der enorm spiel- und lauffreudige Luca nach einem feinen Solo das 4:0. Nun mischen sich auch die in der Abwehr wieder überzeugend spielenden Lara Schmidt, Tom Woiwod und Torben Uhlig immer öfter gekonnt nach vorne mit ein, so dass die Cleeberger zu weiteren Chancen kommen. In der 36. Minute eine herrliche Kombination über Patrick und Luca zu Max, der trifft wieder den Pfosten. Den Abpraller schiebt Patrick zum 5:0 in die Maschen. Dann in sechs Minuten ein sensationeller Auftritt von Lucas Horst und Max Schmider. Zunächst schickt Lara mit einem herrlichen Pass Lucas auf Reisen, der geht rechts durch und spielt den Ball an drei Gegenspielern vorbei zu Max Schmider, der den Ball zum 6:0 in die lange Ecke donnert. Zwei Minuten später fast identisch. Luca wird wieder frei gespielt, tankt sich durch und spielt zu Max, der erhöht auf 7:0. Im Gegenzug verkürzt Nauborn auf 7:1. Nach dem Anspiel wird der Ball zu Lucas gespielt, dieser nimmt Tempo auf, passt wieder zu Max: 8:1. In der 44. Minute das ganze von der anderen Seite: Max legt nun auf Lucas, der verwandelt sicher zum 9:1. Da nun auch auf Cleeberger Seite die Kräfte etwas schwanden, somit die Konzentration nachließ und sich doch der eine oder andere Fehlpass einschlich, kam Nauborn noch zu einigen Tormöglichkeiten. Die meisten konnten aber von der aufmerksamen Maria Horst gut pariert, oder die Abwehrspieler klärten im 2. Versuch. In der 47. Minute klärt der kämpferisch hoch motivierte Torben auf der Linie, nachdem Maria zuvor gegen den freistehenden Stürmer den Ball glänzend abgewehrt hatte, ihn aber nicht festhalten konnte. In der 48. Minute dann doch noch das 9:2. Anschließend will Luca durch zwei Gegenspieler durchmarschieren. Beide Springen mit gestreckten Füssen rein, Luca kann sich durch ein Sprung retten und die beiden Nauborner Spieler haben Glück, dass sie nicht aufeinanderknallen und sich die Füsse brechen. Den Freistoß zieht Luca aus 25 Metern zum 10:2 Endstand in die lange. Nach dem Abpfiff erhält Patrick von seinem Gegenspieler noch einen kräftigen Tritt mit den Stollen über das Knie und bricht unter Schmerzen zusammen. Bleibt wieder einmal die Frage, warum der ansonsten gut leitende Schiedsrichter nur bei einigen dieser üblen Fouls gepfiffen hat und nicht einmal zumindest eine Ermahnung ausgesprochen hat. Nach Spielende setzten sich die verbalen Differenzen zwischen Zuschauern fort, man konnte sich jedoch nicht einigen, da die Nauborner weiterhin ihre Art des Fussballs für die Richtige halten und die Cleeberger weiterhin mehr Wert auf Fussballspielen legen. Krönender Abschluss war dann noch die Handgreiflichkeit eines erhitzten Nauborner Zuschauers gegenüber einem Cleeberger Zuschauer, der vernünftig blieb und nicht zurück schlug. Der Täter wurde von anderen Naubornern Zuschauern „ruhig gestellt“.
Großes Lob an die Cleeberger Spielerinnen und Spieler, dass sie sich von Anfang bis Ende an die Vorgaben von Trainer Dirk hielten, ihre spielerischen Linie durchzuziehen und sich nicht zu Revanchefouls hinreißen ließen. Die einzig richtige Antwort auf die derart rüde Gangart des Gegners. Für Cleeberg spielten: Maria Horst, Lara Schmidt, Lucas Horst (1), 11. Minuten lang Davide Itter, Luca Itter (4), Patrick Löw (2), Max Schmider (3), Tom Woiwod und Torben Uhlig.