Man muss als Verantwortlicher schon dabei gewesen zu sein, um das glauben zu können, was an Unglaublichem geschah. Nein, es war kein böser Traum, sondern bittere Realität, der Tabellenführer, die E1 des FC Cleeberg, kam beim Schlusslicht, der E1 der SG Oberbiel, mit 2:8 unter die Räder. Entschuldigungen für diese desolate und blutleere Vorstellung gibt es keine, nur der Versuch der Analyse. Von acht Stammspielern sind nur zwei gesund auf dem Platz. Vier sind gesundheitlich angeschlagen. Ein Spieler fehlt verletzt und ein Spieler musste aus gesundheitlichen Gründen im Laufe der Woche das Thema Fussball beenden. Da sind dann noch vier Ergänzungsspieler. Dennoch beginnt die Mannschaft das Spiel gar nicht schlecht. Doch bald wird klar, dies wird kein Tag für den Spitzenreiter. Die Bälle kommen selten an den eigenen Mann, vorne kann man sich trotz Feldüberlegenheit kaum durchsetzen und hinten wird unsicher und zu zögerlich agiert. Auf der anderen Seite eine Oberbieler Mannschaft, die nach dem 1:0 in der 11. Minute (8-Meter-Tor) immer frecher nach vorne spielt und nur 3 Minuten später einen Konter zum 2:0 abschließt. Kurz vor der Halbzeit gelang sogar das 3:0 durch einen Freistoß von der Mittellinie, wobei die tief stehende Sonne Pate stand. In der Halbzeit die nächste Hiobsbotschaft: Lucas Horst kann wegen Atemproblemen nicht weiterspielen. Also setzt Trainer Dirk John alles auf eine Karte und nimmt Torwart Maximilian Kiethe aus dem Tor und Lian Rau wechselt in das Tor. Diese Maßnahme hätte sich auch fast bewährt, wenn seine Mannschaft nicht die ersten drei Minuten der 2. Hälfte verschlafen hätte. Da ließ man den Gegner schlichtweg zweimal frei durchlaufen, der nahm diese Geschenke dankend an und erhöhte auf 5:0. Erst danach besann sich der Tabellenführer, machte nächtig Druck und konnte durch zwei Tore von Lara Schmidt (ein 8-Meter-Tor) auf 5:2 verkürzen. Anschließend vergab Max Schmider in aussichtsreicher Position und hatte noch Pech als sein Kopfball knapp am Tor vorbei strich. Anschließend war wieder die Zeit der Ostergeschenke. Die Oberbieler konnten sich nahezu unbedrängt und munter durch die Cleeberger Hälfte spielen, ohne ernsthaft angegriffen zu werden. Da hätte der Schiedsrichter eigentlich abpfeifen müssen, da „Zuschauer“ auf dem Platz waren. Da diese aber das Cleeberger Trikot anhatten, ließ er zu Recht weiterspielen. Somit konnte Oberbiel noch ungestört zum Endstand auf 8:2 erhöhen. Trotz der gesundheitlichen Angeschlagenheit einiger Stammspieler, denen die Durchschlagskraft und am Schluss auch die Kraft fehlte, darf man sich nicht so „abschlachten“ lassen. Die Ergänzungsspieler sprangen leider nicht in die Bresche. Sie spielten zu brav und mutlos. Dabei hätten sie eine weitere Chance nützen können, um sich endlich einmal in den Vordergrund zu spielen. Sie hätten sie es nur ihren Gegenspielern gleich tun müssen, die von der ersten bis zur letzten Minute lebhaft, einsatzwillig, lauffreudig und begeistert zu Werke gingen. Darauf wartete der allerdings Trainer vergebens. Also heißt es ganz schnell gesund werden, Kräfte tanken, sich wieder auf die vorhandenen kämpferischen und spielerischen Stärken besinnen und diese auch abzurufen. Es kommt darauf an, dass sich die Mannschaft dieser Herausforderung bewusst wird, dann kann sie künftig auch bestehen und die Spiele wieder erfolgreich bestreiten. Am besten gleich mal im Pokal gegen unsere Freunde in Waldsolms und anschließend gegen Verfolger Ehringshausen. Am Debakel beteiligt waren: Lara Schmidt (2), Lucas Horst, Tom-Felix Jakobi, Maximilian Kiethe, Sebastian Lotz, Lian Rau, Luca Rau, Max Schmider, Torben Uhlig und Tom Woiwod. (RS)