Desolate erste Hälfte. Drei Gegentreffer in fünf Minuten. Toller Kampf in zweiten 45 Minuten.
FC Cleeberg vs. VfB Wetter 3:3 (1:3) – Dass der VfB Wetter nicht wirklich ein Abstiegskandidat ist, wurde den rund 100 Zuschauern bereits in der ersten halben Stunde vor Augen geführt. Der Tabellensechzehnte erteilte dem FCC allein in der ersten halben Stunde eine Lehrstunde. Gedanklich und tatsächlich waren die Gäste immer einen Schritt weiter und erspielten sich gut ein halbes Dutzend an guten Chancen.
Bereits in der vierten Minute tauchte Jonas Herberg frei vor Kevin Misgaiski auf, nachdem Daniel Mangi einen haarsträubenden Ballverlust produziert hatte. Zum Glück für die Heimmannschaft, brachte der Stürmer aber keinen gescheiten Abschluss zu Stande. Nach einer Viertelstunde klingelte es zum ersten Mal im Cleeberger Tor. Da das Schiedsrichter-Gespann aber auf Abseits entschied, blieb es vorerst beim 0:0. Dann rollten die Angriffe aber fast im Minutentakt an. So legte Kapitän Manuel Eichert für Jan-Niklas Ehm auf, der an Misgaiski scheiterte (18.). Wieder Eichert nach einem Konter legte vor dem Tor eigentlich unnötigerweise quer, und fand mit diesem Zuspiel keinen Mitspieler als Abnehmer (21.). Nach einem Eckball verfehlte dann noch Steffen Muth per Kopfball das Gehäuse der Heimmannschaft. Aus heiterem Himmel fiel dann tatsächlich das 1:0 der Hausherren, nach der ersten gelungenen Aktion. Peter Flink erkämpfte sich im Mittelfeld den Ball und bediente Dominik Trivilino. Der war nicht zu halten und netzte zur Überraschung aller ein (30.). Die Freude währte aber nur kurze Zeit, denn – angestachelt von diesem Gegentreffer – drängte Wetter mit Wut im Bauch auf eigene Torerfolge… und die sollten auch kommen! Fünf Minuten dauerte es und das Spiel war nicht nur gedreht, sondern eigentlich auch komplett entschieden. Nachdem Herberg beide Kaiser’s auf einmal genarrt hatte, flankte er auf Eichert, der aus kurzer Distanz locker einschob (32.). Nur 3 Minuten später hatte erst Eichert und dann Ehm jeweils per Schuss die Chance. Diese Situation konnten aber zunächst geklärt werden. Nicht so jedoch der folgende Ball. Wieder ein katastrophaler Ballverlust im eigenen Sechzehner, wieder wurde Eichert bedient und der hatte keine Mühe aus 3 Metern zu vollstrecken. Damit aber nicht genug. Nach zwei weiteren Zeigerumdrehungen zog Ehm einen Freistoß scharf vor das Cleeberger Tor. Der wäre auch alleine schon gefährlich geworden, aber eine Richtungsänderung per Kopf von Herberg beförderte das Leder – für Misgaiski schwer einzuschätzen – in’s lange Eck. Das hatte es in sich und Cleeberg war erst einmal sichtlich konsterniert. Bis auf einen Freistoß von Raphael Bause, den Herberg – wieder mit dem Kopf – über das eigene Tor lenkte, passierte nicht mehr viel bis zur Halbzeit.
Die zweite Halbzeit hielt ein völlig anderes Bild für die Zuschauer bereit. Wetter vernachlässigte die Dinge, die sie noch in der ersten Halbzeit stark gemacht hatten und beschränkte sich auf das vorerst Nötigste. Aufgrund des Eindrucks, den die Cleeberger Elf in dieser Zeit hinterlassen hatte, war das aber auch nicht völlig unverständlich. Nichtsdestotrotz berappelte sich der FCC nach einer sicher kernigen Halbzeitansprache von Wolfgang Schmidt und brachte nun zumindest zunächst vergessene Tugenden ein. Die Prozente, die Wetter nachließ, packte Cleeberg drauf. Der FCC war zunächst druckvoller und kam in der 62. Minute zum Anschlusstreffer durch David Sauer. Er staubte einen Abpraller nach einem Versuch von Dominik Trivilino ab. Durch den Treffer „geweckt“, bemühte sich nun auch Wetter wieder um klare Verhältnisse. Das Spiel wurde zu einem offenen Schlagabtausch, in dem Wetter zunächst die besseren Gelegenheiten für sich verzeichnen konnte. Nachdem Sauer auf Vorlage von Trivilino das Tor verfehlte (69.) machte es Matthias Müller auf der Gegenseite ganz schlecht. Nach einem Ballverlust von Tobias Sinkel zielte er am leeren Tor vorbei (72.). Gut zehn Minuten vor Schluss zog der eingewechselte Dominik Klein auf links das Tempo an und überlief die komplette Abwehr. Als er Misgaiski eigentlich schon überwunden hatte, rettete Sebastian Kaiser auf der Linie und in höchster Not. Mit Glück und Geschick überhaupt noch im Spiel, war danach der FCC wieder dran und machte sogar den Ausgleich (86.)…dachten man, denn das Schiedsrichtergespann entschied nach einem Getümmel vor dem Wetterer Tor auf Foul am Keeper, nachdem mehrere Beine nach dem Spielgerät gestochert hatten. Sinkel war in dieser Situation als letzter dran und schob zum irregulären Treffer ein. Das war aber noch nicht das letzte Wort: In der Schlussminute flankte Johannes Kaiser in die Mitte und diesmal hatte der aufgerückte Sinkel keine Probleme regulär den Ausgleich zu erzielen. Bei diesem Ergebnis blieb es, denn kurz darauf war Schluss im Kleebachtal.
Fazit: Nach einer ersten Halbzeit zum Vergessen, nutzte der FCC in der Zweiten die Gunst der Stunde und kam überraschend aber beeindruckend zurück.
Als nächstes steht unter der Woche ein Pokalspiel in Hohenahr an. Anstoß ist am Dienstag um 19 Uhr auf dem Kunstrasenplatz in Hohensolms.
Nächstes Wochenende führt der Spielplan den FCC nach Homberg/Ober-Ofleiden.
Stenogramm:
FC Cleeberg: Misgaiski; Mangi, Sinkel, S. Kaiser, J. Kaiser, Bause, Trivilino, Sauer, Russo (70. Lehr), Flink, Bernhardt (62. Hesse)
VfB Wetter: Bierau; Brunet, Muth, L. Müller, Eichert (75. Klein), Brössel, Herberg, Ehm, Dempt, Oklitschek, M. Müller (82. Lölkes)
Schiedsrichter: Patrick Conen (Mühltal); Assistenten: Daniel Bittner & Sascha Niklas Jung
Tore: 1:0 Trivilino (30.), 1:1 Eichert (32.), 1:2 Eichert (35.), 1:3 Herberg (37.), 2:3 Sauer (62.), 3:3 Sinkel (90.)
Gelbe Karten: Flink, Bause (Cleeberg) – L. Müller, Muth, Herberg, Ehm (Wetter)