Gastgeber spielbestimmend. Böttner mit direkt verwandeltem Freistoß. Es wurde gekratzt und gekämpft.

SG Obbornhofen/Bellersheim vs. FC Cleeberg 0:1 (0:1) – Auf dem holprigen Platz in Obbornhofen war der FC noch gar nicht im Spiel angekommen, als es vor dem eigenen Tor schon zweimal brenzlig wurde. Nach fünf Minuten verpasste Daniel Weiß ein Flanke von Kubatzki nur knapp und zwei Minuten später verschätzte sich Alexander Bernhardt bei einem langen Ball und so konnte Gerrit Schmolke allein auf Christian Weber zusteuern. Sein Abschluss kam allerdings verfrüht und war keine Herausforderung für den Cleeberger Schlussmann. Auch sonst hatte es Cleeberg schwer in der ersten halben Stunde. Spielerisch wollte beileibe nicht alles gelingen und die gastgebende SG – selbst recht bieder in ihren Möglichkeiten – machte dem FCC ordentlich Feuer. Und genau deshalb dachte man im Lager um Trainer Niestatek sicher, man sei im falschen Film, als es nach gut einer halben Stunde, wie aus dem Nichts, 1:0 für Cleeberg stand. Freistoß FCC. Böttner legt sich den Ball zurecht und zirkelt ihn relativ humorlos über die Mauer in’s kurze Eck. Da konnte sich Keeper Uli Holler so lang machen wie er wollte, an den Ball kam er nicht mehr ran. In den nächsten Minuten brannte Obbornhofen/Bellersheim darauf, den Ausgleich zu erzielen. Aber einerseits verpasste Hartig eine Flanke von Schmolke und andererseits konnte der aufgerückte Paul eine Freistoßflanke per Kopf nicht zielgenau auf’s Tor bringen. Es wäre wohl des Guten zu viel gewesen, hätte Christian Theisinger in der 42. Minute die beste Cleeberger Chance genutzt und das 2:0 erzielt. Allein: er hätte es machen müssen! Er konnte eine Flanke von Jannik Hesse im 16er annehmen, einen Gegner auswackeln und einen satten Schuss los lassen. Der fand allerdings nicht den Weg in’s Tor, sondern knallte gegen die Latte. Damit wurde die erste Halbzeit beschlossen und ein unzufriedener Peter Niestatek konnte seine Jungs ordentlich und lautstark in den Senkel stellen. Sein Cleeberger Pendant mahnte seine Jungs hingegen an, Spaß zu haben und sich mit der Führung im Rücken mehr zuzutrauen.

Man muss im Ergebnis aber konstatieren: Daraus wurde nichts. Am Drücker war in der kompletten zweiten Halbzeit quasi nur der Gastgeber. Allerdings hatte man im Laufe der Zeit das Gefühl, das Spiel könnte auch noch eine Stunde dauern…aber ein Tor wird wohl nicht dabei herausspringen. Gleich zu Beginn boten sich drei gute Gelegenheiten. Allesamt hatte sie Winter-Rückkehrer Marco Hartig auf dem Fuß. Nr. 1 als er Weber mit einem Lupfer überwinden wollte. An den kam der Cleeberger Keeper noch mit den Fingerspitzen ran und den Rest bereinigte Daniel Mangi (50.). Nur kurze Zeit später versuchte er es mit einem Freistoß. Guter Versuch, aber auch hier hatte Weber wieder seine Finger im Spiel und lenkte den Ball über den Querbalken. Als Drittes und letztes profitierte er von einem Ballverlust in der arg geforderten Cleeberger Defensive. Die daraus resultierende Flanke konnte er – am langen Pfosten lauernd – aber nicht erfolgreich verwerten und traf nur das Außennetz. Die einzige Verlegenheitschance des FCC hatte der eingewechselte Erik Schimpf, als er sah, dass Holler recht weit vor seinem Tor stand. Er versuchte es einfach mal mit einem langen Schlag und lag damit gar nicht so falsch, denn der Ball nahm eine gefährliche Flugbahn, die Holler in Bredouille brachte. Der Ball landete allerdings nur auf dem Tornetz. Sonst schaffte der FCC es aber nicht für Entlastung zu sorgen. Tief hinten reingedrängt und mit zu vielen Ballverlusten im Mittelfeld wurde man eingeschnürt. In einer hektischen Schlussphase kam es noch zum ein oder anderen harten Zweikampf. Zehn (!) gelbe Karten in der zweiten Halbzeit sprechen eine deutliche Sprache! Schiedsrichter Lars Flauaus leitete die Partie trotz allem souverän und hätte einzig bei einem brutalen Einsteigen von Kevin Kieswetter gegen Johannes Kaiser bei strengerer Regelauslegung mehr als die gelbe Karte zücken können. Neben der allgemeinen Hektik, kam kurz vor Schluss auch nochmal Spannung dazu, als der SG ein Freistoß an der 16er-Grenze zugesprochen wurde. Aus allerfeinster Lage zielte Patrick Werner allerdings zu genau und traf nur den rechten Pfosten. Auch hier wäre Christian Weber aber wohl zur Stelle gewesen (90.). Somit blieb es beim schmeichelhaften 1:0.

Fazit: Positiv ist, der FCC hat auswärts gewonnen, drei Punkte eingefahren und ist damit in Sachen Klassenerhalt in ruhigere Fahrwasser gekommen. Viel mehr ist aus dieser Partie aber nicht mitzunehmen. Die Einstellung hat gestimmt, aber das war ansonsten schon zähe Kost, was auf den Rasen gezaubert wurde.

Nächstes Wochenende steht am Ostersamstag (19.04.) ein Nachholspiel gegen Kinzenbach an. Anstoß dort ist um 16:00 Uhr.

Stenogramm:

SG Obbornhofen/Bellersheim: Holler; Werner, Kubatzki, Winker, Paul, Scheld (46. Müller), Hartig, Schmolke, Walter (75. Agbulut), Werner, Weiss (65. Kieswetter)

FC Cleeberg: Weber; Mangi, Sinkel, J. Kaiser, Theisinger, Bause, Böttner, Knapp (77. Schimpf), Hesse, Pizzini (17. S. Kaiser), Bernhardt

Schiedsrichter: Lars Flauaus (Frankfurt a. M.); Assistenten: Julio Cesar Agramonte Alcantara & Dennis Fila

Tor: 0:1 Böttner (29.)

Gelbe Karten: Walter, Hartig, Schmolke, Kieswetter, Werner (SG O./B.) – Mangi, Theisinger, Sinkel, Knapp, Böttner