Vor vier Tagen wurde das „Noma“ in Kopenhagen zum vierten Mal in den vergangenen sechs Jahren zum besten Restaurant der Welt gekürt. Und ein Hauch von Noma wehte auch gestern durch das prall gefüllte Stadion an der Oberkleener Straße. Denn was die Jünglinge von Chefkoch Benny „Le Chef“ Schmidt ihren Gästen aus Bonbaden und den Zuschauern an diesem Nachmittag servierten, kann nur als allerfeinste Fußballkost bezeichnet werden.

Nur wenige Minuten nachdem es sich die Gäste auf ihren Plätzen gemütlich gemacht hatten, servierte ihnen der frischgebackene „Papa“ Olcay auch schon das Entrée. Das Nachsetzen von Patisseur Pietrzyk nutzte er und tunnelte den Gästekeeper gekonnt. Dies sollte allerdings nur ein kleiner Vorgeschmack auf all die Köstlichkeiten sein, die dieses Spiel noch bereit hielt. Schon der zweite Gang kam mit deutlicher mehr Wucht daher. Wieder war Patisseur Pietrzyk der Vorbereiter. Seine Ecke wurde immer länger und schließlich hämmerte Patti „Hrubesch“ Jung das Leder per Kopf in und beinahe durch die Maschen. Dieser Treffer sollte den Gästen noch einige Zeit schwer im Magen liegen, weshalb es die Kleebachtaler bis zum Pausentee dabei beließen.

Nach der Erholungspause ging es zunächst mit einem leicht verdaulichen Süppchen weiter. Vorgeprescht von seinem Edelfan Jochen „el Torre“ Gräf, seineszeichens Fußballgott, Gourment und nicht-strafverfolgter Ehrenpräsidente in Personalunion, vollendte Padawan Suppe eine Kombination mit seinem weniger starken Fuß (hier von schwächerem zu sprechen würde an Blasphemie grenzen). Und so schlug der für den linken Winkel gedachte Ball präzise unten rechts ein. Das 4:0 sollte der Hauptgang dieses Spiels werden, ein wahrer Fußball-Leckerbissen! Einen Abstoß verlängerte Arek (Platzhalter für komplizierten polnischen Nachmen) per Kopf weiter auf Salvo „Ramazotii“ Russo, der direkt auf Yannik „Direktpass“ Diebel weiterleitete. Der sah den gestarteten Papa Olcay und bediente in die Gasse. Wieder nur einen Kontakt brauchte dieser um den Ball sehenswert im kurzen Eck unterzubringen. Lecker!

Nach dem inzwischen dritten Mordversuch an Papa Olcay gab es kurz darauf Strafstoß für Cleeberg, den Sternefußballer Russo geschmackvoll rechts vollendete. Für das Dessert war an diesem Tag erneut der gut aufgelegte Olcay zuständig. Der Autor kann sich aufgrund des zu diesem Zeitpunkts schon einsetzenden Siegesrausches nicht mehr exakt an die Entstehung dieses Tores erinnern, es muss aber wunderschön gewesen sein! Und so wurde Bonbaden schließlich mit einem halben Dutzend Schönheit wieder auf die Heimreise geschickt.

Fazit: Es hat gemundet! Nichtmal Christian Rach hätte an der Leistung rund um Küchenchef Felix Schneider etwas zu bemängeln gehabt! Erste Rufe, die zweite Mannschaft komplett in die Gruppenliga zu ziehe,n wurden zunächst von El Torre Gräf abgetan (Zitat: „Schwätz kei Scheiß net!“). Dennoch haben sich einige Akteure für höhere Aufgaben bei Spielertrainer und Edeltechniker Andre „Bött Bött Bött“ Böttner empfohlen, der jetzt bei seinem ohnehin großen Kader die Qual der Wahl haben wird. Dieser Mannschaft ist es durchaus zuzutrauen, die 21 Punkte bis zum Relegationsplatz in den verbleibenden 5 Spielen aufzuholen und so das Fußballmärchen von 2008 zu wiederholen. Wer Appetit auf mehr hat, sollte auch das nächste Heimspiel nicht verpassen!