Zwote präsentiert sich bärenstark und spielt mit Gegner Katz und Maus. Schiedsrichterleistung geht auf keine Kuhhaut. Da wird der Hund in der Pfanne verrückt.

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Halt die Gosch!

FC Cleeberg Zwo vs. TSV Albshausen 3:1 (2:1) – Ein Spiel wie ein politische Talkshow.

Die Pointe zum Spiel lieferte Spielertrainer Benny Schmidt schon vor dem Anpfiff in der Kabine durch seine Ankündigung: „Heute wird net gemeckert! Der Schiedsrichter ist absolut Tabu!“ Denn was sich ab Anpfiff in der mit 31.427 Zuschauern ausverkauften Arena an der Oberkleener Straße ereignete, würde Günther Jauch, Anne Will und Co. die Schamesröte ins Gesicht schießen lassen. Eine 90 minütige Show mit zahlreichen, sich stets wiederholenden Diskussionen, bei denen die Protagonisten kein Blatt vor den Mund nehmen und am Ende ein klares Ergebnis zu Buche steht – woran auch Plasberg wöchentlich in „Hart aber Fair“ scheitert, gelang den Kickern der zweiten Manschaft in der gestrigen Ausgabe von „Gar nicht so hart aber trotzdem unfair“ mühelos.

Die Meinungsverschiedenheiten zwischen den beiden Mannschaften und dem Unparteiischen begannen ab Minute Eins. Nach rüdem Einsteigen im 16er der Cleeberger sahen sich die Albshäuser lautstarken Protesten ausgesetzt. Da aber auch die hiesigen Kicker hinzulangen wussten, nahm die Zahl der Fouls einen ähnlichen Wachstumsverlauf wie die Vekaufszahlen von Haarimplantaten seit dem Perücken-Bekenntnis von Jürgen Klopp. Und so ward sicher gestellt, dass den Herren auf dem Platz zu keiner Zeit der Gesprächsstoff ausging. Fußball gespielt wurde am Rande auch noch und nach einem Abstimmungsproblem in der Hintermannschaft des FCs stand es nach 25 Minuten plötzlich 0:1. Fünf Minuten später sollte Gökhan „Rädelsführer“ Olcay das Spiel aber durch zwei wohl durchdachte Aktionen zugunsten seiner Farben vorentscheiden. Zunächst schloß er einen Konter nach feinem Zuspiel von Bobby „Bobby“ Bobby gekonnt ins lange Eck ab (30.). Noch im Torjubel bat er den Unparteiischen zum Gespräch und dieser ließ sich nicht lange bitten und kam dem Wunsch des bereits verwarnten Olcays nach und stellte ihn mit Gelb-Rot vom Platz. Ein Schelm wer denkt, der Torschütze habe dies nur veranlasst um in seinem letzten Spiel für den FC einen ähnlich denkwürdigen Abgang wie einst Zinédine Zidane zu feiern. In Wahrheit war dem Sportsmann Olcay daran gelegen, für ein wenig Spannung zu sorgen, denn mit 11 gegen 11 wäre das Spiel sicher in einem Debakel für Albshausen geendet. Leider wusste sein Teamkamerad „Süppche“ Lange nichts von diesen ehrenwerten Plänen. Sonst hätte er sich bestimmt nicht nur eine Minute nach dem Ausgleichstreffer mit verbundenem Platzverweis ein Herz gefasst und aus der eigenen Hälfte und mit gutmütiger Unterstützung von Bobby „Bobby“ Bobby und der Albshäuser Hintermannschaft das 2:1 Führungstor erzielt (32.). Doch spätestens nach diesem Tor war allen 23 Männern auf dem Platz klar, dass es an diesem Tag nicht ums Fußball spielen sondern ums Fußball diskutieren geht. Und so verging auch die nächste Stunde in einer Reihe kurzweiliger, aber heftig geführter Diskussionen. Den Cleebergern war das nur allzu Recht, denn wenn die Menschen im Kleebachtal eines beherrschen, dann ist das: schwätze. Nur einem war das ganze Gelaber in der Nachspielzeit zu viel und so narrte Andi Pietrczyk gleich zwei Gegenspieler auf der Außenbahn und bediente den in der Mitte blank stehenden Kapitän Felix Schneider, dessen Kopfball über den herausschleichenden Torwart im langen Eck einschlug (90+2). Das Spiel endete schließlich wie es begann: Ein völlig übermotiviertes Einsteigen eines Gastspielers im Cleeberger Strafraum mit anschließender Rüdelchen-Bildung. Dann setzte der Referee den Diskussionen mit dem Schlusspfiff ein Ende und alle Spieler konnten sich, vom ganzen Quatschen außer Atem, bei kühlem Gerstensaft wieder vertragen. Prost!