Spielverlauf deutlicher, als Ergebnis. FCC nach vorne harmlos. Freistoß entscheidet Partie.

SF/BG Marburg vs. FC Cleeberg 1:0 (1:0) – Die Kombinierten aus der Schlossstadt erfüllten die Erwartungen, die „Experten“ an sie hatten, vollends. 60 Minuten lang hatte nur der Gastgeber das Heft des Handels in der Hand. Und selbst danach kam der FCC nur selten in’s vorderste Drittel des Spielfeldes. Zu diesem Zeitpunkt schaltete Marburg einen Gang zurück und verwaltete das Ergebnis.

Vom Anpfiff weg, hatte Marburg Übergewicht. Und gleich die erste Gelegenheit hatte es in sich. Abwehrmann Luca Canavese steckte gut durch für Sturmspitze Daniel Hacker. Der kam in aussichtsreicher Position zum Abschluss, scheiterte aber an Cleebergs Torhüter Kevin Misgaiski. Danach im Prinzip immer die gleiche Leier: Marburg kombinierte sicher und wollte sich den Gegner zurechtlegen. Cleeberg präsentierte sich allerdings gut eingestellt und defensiv gut organisiert. So schaffte man es immer wieder Gelegenheiten des übermächtigen Gegners zu verhindern. Umso bemerkenswerter ist das vor dem Hintergrund von sieben (!) fehlenden Kräften, die teilweise erst kurz vor Anpfiff ausfielen. Aus Cleeberger Sicht deshalb umso ärgerlicher, wie es zum Tor des Tages kam. Der emsige Angreifer Salvatore Russo half am eigenen 16er aus und wollte einen Marburger fair vom Ball trennen. Das gelang auch, allerdings setzte er das Tackling von schräg hinten an und somit sah sich der Schiedsrichter genötigt, Freistoß zu pfeifen. Marburgs neuer Stürmer Haberzettl legte sich den Ball zurecht und versenkte ihn im Tor (27.). Am Spielverlauf änderte sich in der Folge nichts Grundlegendes. Marburg drängte auf die Entscheidung und Cleeberg versuchte im Rahmen seiner Möglichkeiten erst einmal kein weiteres Gegentor zu kassieren. Das zumindest gelang auch, denn bis auf einen Kopfball von Sturm-Ass Andreas Schoch, kam nichts mehr durch in Halbzeit eins. Zugegebenermaßen hatten die Mannen von Tim Platt aber auch keine eigene Gelegenheit.

In der zweiten Halbzeit zunächst das gleiche Bild. Marburg agierte überlegen. Die erste gute Chance resultierte aber aus einem Konter an dessen Ende Michel Kleemann auf Hacker flankte. Sinnbildlich für das Cleeberger Spiel warf sich Neuzugang Serdal Kurt in letzter Sekunde in den Versuch des Stürmers und verhinderte so das wahrscheinliche 2:0 (50.). Neuzugang Nr. 2 – Peter Flink – lieferte als Verteidiger ebenso wie Kurt auf rechts außen eine solide und engagierte Leistung ab. Die beste Marburger Gelegenheit in Minute 59 hatte Andreas Schoch, als er einen Flankenball am langen Pfosten erreichte und an den Innenpfosten setzte. Da es bis kurz vor Ende „nur“ beim 1:0 geblieben war, schnupperte Cleeberg noch einmal Morgenluft und mobilisierte letzte Kräfte, um vielleicht eine handfeste Überraschung zu erreichen. Aber zweimal war Salvatore Russo das Glück nicht hold. Zunächst war in guter Position kein gescheiter Abschluss möglich, weil der Ball nicht zu kontrollieren war. In der Nachspielzeit dann konnte er eine Freistoßflanke von Johannes Kaiser per Kopf nicht vollends platziert auf das Marburger Tor loslassen.

Fazit: Das war ein Klassenunterschied! Cleeberg verkaufte sich möglichst teuer und hielt tapfer dagegen, aber Marburg ist definitiv eine andere Kragenweite.

Nächstes Wochenende steht das „Old Firm“ gegen die SG Waldsolms an. Anstoß am Sonntag, den 10. August ist um 15 Uhr in Cleeberg.

Stenogramm:

SF/BG Marburg: Möller; Canavese, Schnitzer (30. Weidenhausen), Jung (83. Guida), Ikari, Berger, Hacker, Kleemann, Haberzettl, Winhauer (73. Kuschnir), Schoch

FC Cleeberg: Misgaiski; Mangi, Flink, Hesse, Schimpf, S. Kaiser, Knapp, J. Kaiser, Russo, Kurt (86. Lange), Bernhardt

Schiedsrichter: Nico Eberhardt; Assistenten: Benjamin Schejstal & Jasmin Dorfschäfer

Tor: 1:0 Haberzettl (27.)

Gelbe Karten: Schimpf