Rückstand in Unterzahl aufgeholt. Verdienter Punktgewinn. Katastrophale Schiedsrichter-Entscheidungen.
SSV Langenaubach vs. FC Cleeberg 1:1 (1:0) – „Ich spiele mittlerweile elf Jahre in dieser Klasse, aber so was hab ich noch nicht erlebt!“, sprudelte es geradezu aus dem sonst so zurückhaltenden Johannes Kaiser heraus.
Die Partie begann verhalten, beide Teams tasteten sich zunächst ab. Wie zu erwarten, spekulierte Langenaubach darauf, den schnellen Mark Heller in Konter-Situationen einzusetzen. Das gelang auch bereits in der 12. Minute sehr gut. Den Gegenspieler abgeschüttelt, lief er frei auf Kevin Misgaiski zu, musste sich aber dessen Fußabwehr geschlagen geben. Glück für den FCC! Das Spiel gab ansonsten nicht allzu viel her, da trat der Schiedsrichter in Erscheinung und beeinflusste es nachhaltig. Zunächst verwarnte er Tobias Sinkel mit dem gelben Karton. Der spielte den Ball nach einem Foul an einem Aubacher in die Richtung der herbeilaufenden Spieler. Da war kein Zeitverlust und keine Unsportlichkeit zu erkennen (18.). Eine Minute später nahm das Unheil seinen Lauf: Wieder war Sinkel beteiligt und staunte nicht schlecht über das „Ende vom Lied“. Sein Gegenspieler stieg vor ihm zum Kopfball hoch, verpasste aber die Kugel. Sinkel steht dahinter und sieht den Ball erst spät, bzw. rechnete nicht damit, an ihn ran zu kommen. Dumm nur, dass er ihm an die Hand sprang. Mal ganz abgesehen von der maladen „Handspiel-Regel“, konnte man hier mit ein bisschen Fingerspitzengefühl erkennen, dass wieder kein Vorteil entstand und schon gar keine Absicht im Spiel war. Dem Schiedsrichter war’s egal, denn er zückte ohne zu zögern die zweite Verwarnung und verwies den „Übeltäter“ somit des Feldes. Damit noch nicht genug für die Cleeberger, schoss Spielertrainer Tobias Danecker nur drei Minuten später die Führung für den SSV heraus. Er schaltete nach einem Eckball am schnellsten und wuchtete den Ball aus kurzer Entfernung über die Linie (22.). Nach diesen hektischen vier Minuten hatte es sich aber auch vorerst mit Highlights. Langenaubach wollte das Ergebnis verwalten und Cleeberg musste sich erst einmal sortieren. Bis zur Halbzeit folgte demnach viel Mittelfeldgeplänkel, aber es kam zu keinen nennenswerten Torraumszenen.
Zur zweiten Hälfte bewies der FCC dann wie gut es um die Moral bestellt ist. Von ein bis zehn trugen alle dazu bei, dass man nicht nur das Ergebnis hielt, sondern darüber hinaus auch noch die bessere Mannschaft wurde. Ein Schuss von Hendrik Stenschke war für längere Zeit die letzte Gelegenheit der Langenaubacher (68.). Danach sorgte die Mannschaft von Tim Platt für Torgefahr. Zunächst Salvatore Russo und Jannik Hesse, jeweils mit einer Schusschance (73.). Trotz muskulärer Probleme stellte sich Dominik Trivilino ebenfalls in den Dienst der Mannschaft und absolvierte die letzten 15 Minuten. Das sollte sich schnell bezahlt machen. Von Danecker nicht zu halten, schickte er sich an, den Aubacher Abwehrchef zu überlaufen. Der sah sich zu einem Foul im Sechzehnmeterraum gezwungen und Schiedsrichter Josefczuk entschied richtigerweise auf Elfmeter. Der Gefoulte trat selbst an und verwandelte sicher (80.). Nach einem weiteren Hesse-Schuss (82.), konnte sich der FC noch bei Peter Flink bedanken. Der machte mit einer gelenkigen Flugaktion eine gute Gelegenheit für den lauernden Heller zunichte und klärte am langen Pfosten zur Ecke. Zuletzt wurde es dann wieder vor dem Tor von Robin Richter hektisch. Zunächst riss Stephan Meng den eingewechselten Serdal Kurt mit beiden Händen um, als dieser an ihm vorbeirauschte und auf das Tor zusteuern wollte. Die Folge: Nur Gelb und Freistoß. Dieser brachte nichts ein (88.). Die letzte Gelegenheit ermöglichte der bienenfleißige Johannes Kaiser, der am schnellsten schaltete und einen verunglückten Abwurf von Richter abfing und an Hesse weiterleitete. Dessen Schuss verfehlt den linken Pfosten nur um Haaresbreite (90.). Somit wäre sogar ein Sieg im Bereich des Möglichen gewesen.
Der Punkt war allemal verdient und lässt das Konto des FCC auf 21 ansteigen. In der momentanen Konstellation beträgt der Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz somit acht Punkte.
Nächsten Samstag steht das letzte Spiel eines wechselhaften Jahres 2014 an. Gespielt wird in Wetter, gegen den dortigen VfB. Anstoß ist um 17:30 Uhr.
Stenogramm
SSV Langenaubach: Richter; Turp, Engel (58. Alexander Ströhmann), Stenschke, Cestonaro, Meng, Heller, Schleifer (72. Hees), Damar, Metz (80. Lukas Ströhmann), Danecker
FC Cleeberg: Misgaiski; J. Kaiser, Sinkel, Hesse, S. Kaiser, Lehr (26. Schimpf), Bause, Russo (75. D. Trivilino), Hernandez (60. Kurt), Flink, Bernhardt
Schiedsrichter: Thomas Josefczuk; Assistenten: Simon Hesse & Marcel Funke
Tore: 1:0 Danecker (22.), 1:1 D. Trivilino (Foulelfmeter, 85.)
Gelbe Karten: Heller, Danecker, Meng (SSV) – Sinkel, Schimpf, S. Kaiser (FCC)
Gelb/Rot: Sinkel (19.), unsportliches Verhalten und absichtliches Handspiel
Zuschauer: 100