(RS) In einem wahren Spitzenspiel, voller Dramatik, Blessuren und Emotionen auf dem Rasenplatz in Cleeberg, blieben am Schluss die Punkte bei der SG 2010 Waldsolms, die damit dem Spitzenreiter Burgsolms (25 Punkte) mit nur einem Punkt Rückstand auf den Fersen bleibt. Eintracht Wetzlar ist bei noch fünf ausstehenden Spielen mit 16 Punkten so gut wie aus dem Rennen.
Der Tabellendritte Wetzlar war schneller im Spiel und erarbeitete sich eine optische Überlegenheit, ohne sich jedoch ernsthafte Torchancen erarbeiten zu können. Dafür stand der SG-Abwehrverbund vor Torhüter Roman Hellhund doch zu gut. Es dauerte länger als sonst, aber plötzlich waren die Gastgeber hellwach und kamen auf Touren. Nach feiner Vorarbeit vom gut aufgelegten Tom Woiwod erzielte Leonardo Pizzini das 1:0 (17.). Nur zwei Minuten später nützt Justin Schweitzer das Durcheinader in der Wetzlarer Hintermannschaft und erzielte in abgeklärter Manier das 2:0 (19.).
Die Blaschke-Schützlinge nutzten die weitere Unsicherheit in den Wetzlarer Reihen und setzten nach. Nur zwei Minuten später drang Leonardo Pizzini in den Wetzlarer Strafraum ein und wurde vom Verteidiger von den Beinen geholt. Die Wetzlarer und Waldsolmser Verantwortlichen und Zuschauer zumindest sahen dies so. Vermutlich wäre dann auch, zumindest bei erfolgreicher Verwandlung des Strafstosses, die Partie entschieden gewesen. Nur einer sah und wertete es anders: Schiedsrichter Rüdiger Rein, aus Wetzlar-Steindorf, der nach erfolgreichem Abschluss des Neulingslehrgangs der Schiedsrichtervereinigung Wetzlar Ende Februar, sein erstes Spiel leitete. Er sah eine „Schwalbe“ und ließ das Spiel weiterlaufen. Wenn er Leonardo kennen würde, wüsste er, dass dieser sich aufrappelt und eher 20 Meter „weiterstolpert“, als sich fallen zu lassen.
Diese Entscheidung brachte Wetzlar wieder ins Spiel. So konnten die Gäste auf 2:1 verkürzen (25.) und machten nun ihrerseits richtig Druck. Kurz vor dem Pausenpfiff entschied der Schiedsrichter auf Freistoss von der Strafraumgrenze für Wetzlar. Während Torwart Roman Hellhund noch die Mauer stellte (kurze Ecke), gab der Schiedsrichter den Ball frei und Maximilan Dern schlenzte den Ball gekonnt zum 2:2 ins lange Eck (35.).
Auch in Hälfte zwei setzte sich das sehr kämpferische und spielerisch dennoch gute Spitzenspiel auf hohem Spannungsfaktor fort. Durch die schönste Kombination des Spiels ging die SG wieder in Führung. Hendrik Hellhund erkämpfte sich links hinten den Ball, spielte zurück auf Max Schmider, dieser mit einem gewagten und geglücktem Pass wieder zu Hendrik, dieser auf Justin Schweitzer, daraufhin spielen sich Justin und Tom mit einem mehrfachen Doppelpass durch die Wetzlarer Reihen, ehe Tom auf Leonardo durchsteckt und diese seine ausgezeichnete Leistung mit dem Treffer zum 3:2 abschließt (45.).
Die anschließenden 25 Minuten waren an Spannung und Dramatik nicht zu überbieten. Das rasante Spiel wogte hin und her mit Torchancen auf beiden Seiten. Zunächst donnerte Leonardo den Ball nach tollem Solo an die Latte (56.), dann scheiterte Justin per Freistoss ebenfalls an der Latte (60.) und ein Wetzlarer Konter endete am Waldsolmser Torpfosten (63.). In den letzten Minuten versuchte Wetzlar mit aller Macht noch den Ausgleich zu erzielen. Das gelang jedoch nicht. Als dann der Schiedsrichter vier Minuten Nachspielzeit anzeigte warfen die Gäste alles nach vorne. In der 6. Minute der Nachspielzeit erhielten sie noch einen Freistoss. Das scharfe „Ding“ konnte Roman nicht festhalten, es prallte von seiner Brust zum Gegenspieler, der den Ball hinter die Linie bugsierte. Der gut postierte Schiedsrichter entschied zu Recht aber auf Abseits, so dass es beim letztendlich verdienten 3:2 Sieg für die Gastgeber blieb.
Schiedsrichter: Rüdiger Rein (Solms)
Ein großes Kompliment für die gezeigte spielerische und kämpferische Leistung haben sich verdient: Lara Schmidt, Marie Henrich, Roman Hellhund, Felix Lengsfeld, Max Schmider, Paul Fiedler, Michael Preidt, Marlin Reinl, Hendrik Hellhund, Leonardo Pizzini (2), Tom Woiwod, Justin Schweitzer (1) und Jona Watz.