Pep Guardiola, Louis van Gaal, Diego Simeone: In die Liste der Trainer, die durch ihre taktische Marschrichtung allein verantwortlich für bedeutende Niederlagen ihres Teams sind, reiht sich seit gestern ein neuer Name ein: Papa „Nußgesicht“ Schimpf. Doch beginnen wir von vorne.

FC Cleeberg ZWO EY YO – SV Volpertshausen 0:0 ( 0: ( 0 : ) : ) 0 )

Vor dem Spiel rumorte es aus dem Umfeld der Mannschaft. Die Gazetten der Region berichten seit Wochen über ein gestörtes Verhältnis zwischen langjährigen Führungsspielern und dem als unnahbar geltenden Übungsleiter Schimpf. „Der macht seinem Namen alle Ehren“ ließ ein Leistungsträger, der aus Furcht nicht namentlich genannt werden möchte, gegenüber dem Autor dieses Artikels zu Protokoll geben. Dennoch wollten die Akteure den Kopf nicht in den Sand stecken und versuchten vor dem Spiel auf den uneinsichtigen Trainer Einfluss zu nehmen. Aber alle wohlgemeinten Empfehlungen, es doch mal offensiver mit drei Spitzen zu versuchen, wurden ignoriert. Stattdessen gab Schimpf die Marschroute aus, dass man mit einem Punkt gegen die mit 105 geschossenen Toren (Schnitt 5 Tore pro Spiel) zweitbeste Offensive der Liga, sehr zufrieden sei.

Und eines kann man den Cleeberger Kiebitzen nicht absprechen: Gehorsamkeit. So wurde ab Anpfiff dem Gegner das Spiel überlassen, damit man ja nicht Gefahr laufe, ein eigenes Tor zu erzielen und so die Vorgaben des Trainers zu Nichte zu machen. Die Offensivspieler des SV waren in den Händen von Mark „Make 14“ Schindel und Felix „Wadenbeißer“ Schneider bestens aufgehoben und so kam das Tor von Martin „The Wall“ Glasstetterin den gespielten 90 Minuten nie wirklich in Gefahr. Da hinten nichts anbrannte, durfte auch vorne nichts passieren. Bei der überragenden Qualität, die die Cleeberger im Umschaltspiel haben, ließ es sich aber leider nicht vermeiden, dass der FC selbst zu besten Gelegenheiten kam. Die mahnenden Worte von Schimpf im Hinterkopf, wurden diese Gelegenheiten allerdings nur bis zum finalen Abschluss perfekt durchgespielt, der letzte Schuss wurde dann absichtlich weit am Gehäuse vorbei gezielt. Kurz vor Ende gingen aber mit einigen Offensivakteuren die Gäuler durch und Cleeberg machte Druck auf das gegnerische Tor und den damit nicht erwünschten Heimerfolg. Nur der Umsicht von Libero „Süppche“ Lange ist es zu verdanken, dass das gewünschte 0:0 über die Ziellinie gebracht wurde. In den letzten 15 Minuten ließ er sich ein ums andere mit vorgetäuschten Krampfattacken auf den Boden fallen und schaffte es so, den Spielfluss seines Teams zum erliegen zu bringen.

Fazit: Ein Spiel, das ohne Eingreifen des heimischen Übungsleiters vermutlich zweistellig geendet hätte, ging mit einem langweiligen 0:0 über die Bühne. Die Mannschaft plant nun einen offenen Brief an den ersten Vorsitzenden mit dem Wunsch der Ablösung des Trainers und erhofft sich mehr Einsicht von diesem führenden Angestellten des Vereins.