Vergessen geglaubte Tugenden machen Unterschied. Höherer Sieg möglich. Letztes Aufgebot.

FC Cleeberg vs. TSV Steinbach II 4:2 (2:1) – Rechtzeitig zum letzten Heimspiel der Saison 2014/2015 haben die Mannen von Trainer Tim Platt die Kurve gekriegt und mit einer klasse Mannschaftsleistung und in Abwesenheit von sechs Stammspielern einen 4:2 Sieg eingefahren. Vor allem, zuletzt schmerzlich vermisste Tugenden gaben den Ausschlag: Man zeigte den hochgehandelten Gästen über 90 Minuten, dass die drei Punkte beim FC bleiben sollen.

Die erste Chance des Spiels hatten die gefällig kombinierenden und gut besetzten Gäste. Aber Dominik Häusser konnte eine Flanke nicht recht verarbeiten und setzte den Ball aus kurzer Distanz über das Tor. Noch besser war die Gelegenheit von Dominik Trivilino auf der Gegenseite. Er vergab doppelt frei vor TSV-Keeper Sven Sontowski (11.). Umso ärgerlicher, da Jan Reiprich quasi im Gegenzug das 1:0 nach Vorlage von Christian Kretzer markierte (13.). Der FCC gab sich aber nicht auf und war fortan die bessere Mannschaft. Andre Böttner schaltete sich zweimal in die Offensive ein, scheiterte allerdings mit seinem schwachen Fuß aus guter Position (20. & 30.). Die schönste Einzelleistung des Abends bescherte der Platt-Elf den Ausgleich. Nach einer Balleroberung im Mittelfeld wurde Dominik Trivilino in der Spitze bedient. Der ließ gleich drei Gegenspieler wie Fahnenstangen stehen und schob die Kugel auch noch locker am Gästekeeper vorbei ins Tor (39.). Damit nicht genug gelang auch noch das 2:1 durch Serdal Kurt (43.). Er veredelte einen gelungenen Spielzug den Trivilino und Salvatore Russo eröffnet hatten. Eine komfortablere Führung versagte Schiedsrichter David Rendel den Hausherren, denn er übersah ein klares Foulspiel an Trivilino im Sechzehnmeterraum (45.), das einen Strafstoß zur Folge hätte haben müssen.

„Aufgeschoben nicht aufgehoben“, dachte sich Russo, der gleich nach Wiederanpfiff dann doch das 3:1 erzielte. Allerdings machte er es sich schwerer als nötig. Mustergültig von Trivilino bedient, scheiterte er an Sontowski. Als sich die Zuschauer noch über die vergebene Chance ärgerten, zappelte der Ball aber doch noch im Netz, denn der italienische Dauerbrenner gab nicht auf und konnte den Keeper im zweiten Versuch überwinden (46.). Die endgültige Entscheidung hatte dann innerhalb von drei Minuten Trivilino dreifach auf dem Fuß. Aber weder in Minute 49, noch 50, noch 51 gelang ihm das 4:1, trotz bester Schussposition. Es folgte eine Lehrstunde in Sachen Effizienz, als Steinbach einen Cleeberger Fehlpass im Mittelfeld nutzte und der kleinste Feldspieler in Person von Dominik Häußer eine Flanke von Lars Thomas zum 3:2 einnickte (55.). Letztlich blieb das aber nur eine kurze Episode, denn in der 83. Minute wurde Trivilino dann doch noch für sein Engagement belohnt und nutzte ein Missverständnis zwischen Ergün Sevim und Reiprich zum 4:2-Endstand. Auch in der Zeit davor und danach war Cleeberg einem nächsten Treffer näher, als die Gäste.

Vor dem letzten Duell in Buchenau (Sonntag, der 31. Mai, 15 Uhr) hat der FCC nun 43 Punkte und ist definitiv vor dem Abstieg gesichert.


Stenogramm

FC Cleeberg: Misgaiski; Mangi, Sinkel, S. Trivilino, Schimpf (52. Flink), Kurt (75. Lotz), Russo, D. Trivilino, Krüger (74. S. Kaiser), Böttner, Bernhardt

TSV Steinbach: Sontowski; Solmaz (75. Verkerk), Hartmann, Thomas, Häußer, Kretzer (55. Selcuk), Engel, Kring, Schneider (55. Dylus), Reiprich, Sevim

Schiedsrichter: David Rendel (Raunheim); Assistenten: Luca Kissel & Steven Schmidt

Tore: 0:1 Reiprich (13.), 1:1 D. Trivilino (39.), 2:1 Kurt (43.), 3:1 Russo (46.), 3:2 Häußer (55.), 4:2 D. Trivilino (83.)

Gelbe Karten: Schneider, Reiprich (TSV S)

Zuschauer: 75