FC Cleeberg – FC Ederbergland II 4:0 (1:0) – Was ein geplatzter Kragen so alles bewirken kann. In diesem Fall, der von FC-Trainer Wolfgang Schmidt. Im Vorfeld des Heimspiels gegen Ederbergland II hatte der Interimstrainer und FCC-Urgestein seiner Mannschaft sprichwörtlich die „Leviten gelesen“. Mangelnder Einsatz, nachlassende Trainingsbeteiligung und -intensität entsprachen den Vorstellungen Schmidt‘s überhaupt nicht.
Was seine Mannschaft dann in den 90 Minuten gegen die Verbandsliga-Reserve zeigte, kann durchaus als Lebenszeichen und Reaktion auf das „Donnerwetter“ des Trainers gesehen werden. Dass es dann in Summe derart deutlich ausfallen würde, überraschte zwar ein wenig, sorgte aber für kollektives Durchatmen im Cleeberger Lager. Schon in den ersten Minuten hatten die Kleebachtaler die Führung auf dem Fuß. Erst vergab Sebastian Kaiser aus wenigen Metern eine maßgenaue Flanke von Dominik Huisgen (4.). Dann scheiterte der junge Offensivmann selbst per Freistoß an FCE-Torwart Julian Hilbert (11.). Die anschließende Ecke landete bei Tobias Sinkel, der aber zu überhastet abschloss und so das Tor verfehlte. Die Anfangsphase ließ erahnen, dass an diesem Tag möglicherweise etwas ging, für den FCC. Ederbergland spielte durchaus gefällig auf der Oberkleener Rotasche, blieb nach vorne aber doch recht stumpf. Der Gästeakteur, der immer wieder Gefahr ausstrahlte, war Voicu Nicoara. Aber seine Schüsse (30., 37. & 44.) brachten Christian Weber im Cleeberger Tor nicht ins Schwitzen. In Minute 38 packte Cleeberg dann endlich die Gelegenheit beim Schopfe: Der ins Mittelfeld vorgerückte Tobias Sinkel passte in den freien Raum für Benedikt Heinz. Der war auf dem Weg zum Tor nicht zu halten und umkurvte auch noch Hilbert, um dann aus rechter Position ins leere Tor, zur durchaus verdienten Führung, einzuschieben. Mit diesem Zwischenstand beschloss Schiedsrichter Dennis Blachnik die ersten 45 Minuten.
In den zweiten kam es nicht zu einem Aufbäumen der Gäste. Einzig wieder Nicoara kam zum Abschluss. Diesmal mit einem direkten Freistoß aus aussichtsreicher Position (48.). Vielmehr machte Cleeberg weiter, wo es aufgehört hatte. Zunächst aber ohne Erfolg, denn Jannik Hesse erwischte einen langen Einwurf von Daniel Wiesenfeller nur mit der Fussspitze am zweiten Pfosten. Das reichte nicht aus, um den Ball über die Linie zu drücken. Erprobt und bewährt waren da schon eher Konter. Einen solchen nutzte Benedikt Heinz nach feinem Solo zum 2:0 (52.). Nach einer Stunde war die letzte Gästechance zu verzeichnen. Für einen Freistoß von Marius Kamm war bei Weber Endstation. Auf der Gegenseite folgte das 3:0, wieder durch Heinz, den die FCE-Defensive an diesem Tag nicht in den Griff bekam. Vorlagengeber war wieder Tobias Sinkel. In der Folge gaben sich die Gäste mehr oder weniger auf. Cleeberg blieb dran und kam zunächst zu einem Lattenkopfball durch Sinkel, nachdem Dominik Trivilino einen Freistoß vor’s Tor brachte (70.). Endgültig entschieden wurde die Partie durch den vierten Heinz-Treffer an diesem Tag. Diesen erzielte er per sehenswertem Außenrist-Schlenzer aus 16 Metern (77.).
Ein Sieg, der das FCC-Lager einmal aufatmen lässt. Die Situation ist aber weiter sehr kritisch. Zum letzten Spiel des Jahres 2015 ist am nächsten Sonntag der Tabellenzweite aus Langenaubach zu Gast.
Stenogramm
FC Cleeberg: Weber; Höhn, Sinkel, Hesse (60. Trivilino), Schimpf, S. Kaiser, Wiesenfeller, Heinz (75. Russo), Wagner, Huisgen, Bernhardt (80. Giagounidis)
FC Ederbergland: Hilbert; Holzapfel, Kamm, Shala, Sabino, Trusheim, Shabani (43. Wolf), Nicoara (63. Meyer), Giuda (63. Tolga), Atakan, Taskiran
Schiedsrichter: Dennis Blachnik (Ranstadt); Assistenten: Stefan Schäfer & Olaf Kehne
Tore: 1:0 Heinz (38.), 2:0 Heinz (52.), 3:0 Heinz (60.), 4:0 Heinz (77.)
Gelbe Karten: Wagner, Höhn (FCC) – Shala, Taskiran (FCE II)
Zuschauer: 100