Marburg macht das Spiel. Cleeberg kontert anfangs eiskalt, gibt aber 2:0 aus der Hand.

FC Cleeberg vs. SF/BG Marburg 2:4 (2:0) – Es war alles bestellt für einen schönen Saisonausklang: Sensationelles Wetter, Saisonabschluss und ein starker Gegner vor der Brust. Im Ergebnis sollten die Zuschauer mit sechs Treffern an diesem Tag nicht enttäuscht werden. Blöd für den FC, dass vier davon für Marburg fielen.

Die Sportfreunde waren von Beginn an druckvoll und zogen ein gutes Spiel auf. Vor allem in Mario Giuda und Kai Schnitzer hatte die Marburger zwei Außen, die für mächtig Druck sorgten. Die Marburger Methode funktionierte bis ins Angriffsdrittel tadellos, dann aber war man mit seinem Latein am Ende. Einmal nur musste Cleebergs Torhüter Christian Weber wirklich eingreifen, als Rick Winhauer eine Flanke in guter Position abnahm (27.). Brenzlig wurde es sonst nur vor dem Marburger Tor, wenn Cleeberg konterte. David Sauer und Hüseyin Metin waren in der ersten Halbzeit gut aufgelegt und wirbelten ein ums andere Mal durch die Marburger Abwehr. So zeichneten auch beide für die doppelte FCC-Führung verantwortlich. Nach Ballgewinnen in der Abwehr schaltete Cleeberg schnell um und spielte in die Räume, die die hoch verteidigenden Marburger ließen. So wurde der Marburger Keeper von David Sauer überlupft (10.) und durch Hüseyin Metin mit einem Außenrist-Schlenzer überwunden (28.). Keine unverdiente Führung. Vor allem, wenn man berücksichtigt, dass Sauer noch zwei weitere Male den Ausbau der Führung auf dem Fuß hatte. Aber sowohl in der 42. Minute, als auch mit Halbzeitpfiff rettete der Blau/Gelbe Keeper in höchster Not. Zunächst im Eins gegen Eins und dann lenkte er eine Bogenlampe noch knapp über’s Tor.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit machte Marburg wieder sehr viel Dampf. Es war klar: Eine Chance gegen den Dauerdruck haben die Mannen von Spielertrainer Andre Böttner nur, wenn sie es schafften, die ersten zwanzig Minuten ohne Gegentreffer zu überstehen. Aber es sollte an diesem Tag nicht dazu reichen. Andreas Schoch erzielte den 2:1-Anschlusstreffer bereits in der 53. Minute. Und was für ein Wurst-Tor! Ärgerlich! Der agile Manato Ikari flankte von links und dann landete der Ball mehrfach abgefälscht im Netz des FCC. Nur vier Minuten später war es Maurice Jauernick, der eine Ecke völlig alleingelassen und ungehindert einköpfen konnte. Seinen ersten Versuch ein paar Minuten zuvor, hatte er noch knapp neben das Tor gesetzt. Ebenfalls glücklich war, dass Schiedsrichter Golditz einen Zweikampf zwischen Alexander Bernhardt und Schoch nicht als elfmeterwürdig bewertete. Vermutlich weil Schoch zu sehr darauf aus war. Cleebergs Antwort auf den Ausgleich kam postwendend, brachte aber nichts ein. Andre Böttner zog einen Eckball scharf auf’s Tor und gegen die Latte. Danach war aber wieder Marburg dran. Die Kombinierten dominierten mittlerweile deutlich und nutzten die nachlassenden Kräfte der Cleeberger geschickt aus. So kamen Giuda und Jauernick zu einer Doppelchance, die durch Weber, bzw. Daniel Mangi in höchster Not zunichte gemacht wurde (64.). Kurz darauf hatten die FC’ler Glück, dass der Schiedsrichter eine weitere brenzlige Situation nicht für elfmeterwürdig befand. Mangi stellte seinen Gegenspieler an der 16er-Kante und bekam den Flankenversuch an den Arm geschossen. Aber auch hier ließ sich der Schiedsrichter nicht beirren und ließ weiter laufen. Mal hat man Glück, mal hat man Pech. Denn in der 71. Minute ahndete der Schiedsrichter ein Foul an Andre Böttner, der seinen Gegenspieler abgelaufen hatte, nicht und somit bekam Marburg einen Eckball zugesprochen, der prompt zum 2:3 führte. Schoch war der Torschütze. Auch in der Folge machte Marburg weiter Dampf. Eine Viertelstunde vor Schluss konnte Weber noch gegen Schoch retten, nachdem dieser den Ball von Schnitzer fein in Gasse gespielt bekam. Aber direkt darauffolgend war er machtlos, als Ikari flankte und Daniel Hacker zur Entscheidung vollstreckte. Dabei blieb es, denn einem schön herausgespielten Tor von David Sauer wurde wegen Abseits die Gültigkeit aberkannt.

Fazit: Gegen Marburg kann man verlieren. Diese Mannschaft steht zurecht sehr weit oben in der Tabelle. Ärgerlich ist allerdings, dass mehr drin gewesen wäre, wenn man das Tempo bis zum Schluss hätte mitgehen können. Aber wie schon gegen Wieseck festzustellen war, fehlen am Ende einer schweren Runde irgendwann die nötigen Körner.

Der FC Cleeberg beendet die Gruppenliga-Saison 2013/2014 auf dem zwölften Platz. Der Vorsprung auf die SG Waldsolms schmolz letztlich noch auf 2 Punkte zusammen, aber dieses Prestige konnte man doch bewahren. Auf den letzten Absteiger Tubaduba Pohlheim stehen nur drei Punkte mehr auf der Habenseite. Auf die vier übrigen (Marburg, Lollar, etc.) sind es immerhin mehr als 20.

Stenogramm:

FC Cleeberg: Weber; Mangi, Sinkel, J. Kaiser, S. Kaiser, Knapp (34. Hesse), Bause, Böttner, Sauer, Metin (70. Pizzini), Bernhardt

SF/BG Marburg: Pähr; Canavese, Schnitzer, Ikari, Hacker, Kleemann, Jauernick (84. Christ), Giuda, Pierrets (87. Siebert), Winhauer (41. Paffrath), Schoch

Schiedsrichter: Christian Golditz; Assistenten: Dominik Krauße & Viktor Lawlinski

Tore: 1:0 Sauer (10.), 2:0 Metin (28.), 2:1 Schoch (53.), 2:2 Jauernick (57.), 2:3 Schoch (71.), 2:4 Hacker (75.)

Gelbe Karten: Schnitzer, Paffrath (SF/BG) – S. Kaiser (FCC)

Zuschauer: 80