Sie sind rar geworden.

Diese großartigen Sportmomente, von denen man sich noch über Generationen mit nostalgischem Blick und zittriger Stimme berichtet. „Weißt du noch? Damals, als der Ali den Foreman umgehauen hat?“ oder „Erinnerst du dich noch, als der Becker das erste Mal Wimbledon gewann? Kelle, das war ein Bub!“ Am gestrigen Sonntag, den 16.November 2014 um 16:17 Uhr war es wieder so weit. Die 80 Zuschauer im Oberkleener Steinbruch erlebten einen Moment, den sie mit Sicherheit ihren Kinden und Kindeskindern weitergeben werden. „Sohn, ich war damals dabei als die Suppe das Ding gegen Buchenau eiskalt reingewichst hat“ (Anm. der Redaktion: Ohne Oawichshösche).

Aber der Reihe nach: In der Schlussphase eines packenden Spiels stand es 2:1 für die Kicker aus dem Kleebachtal. Allerdings schien Buchenau drauf und dran, nicht nur den Ausgleich zu erzielen, sondern auch den Todesstoß zu setzen und damit dem FCC den fast sicheren Abstieg zu bescheren. Just in diesem Moment hatte FC-Coach Platt eine Eingebung und bedeutete dem mittelhessischen Eigengewächs „Süppche“ Lange, sich bereit zu machen. Und durch diesen Wechsel ging in der 89. Minute ein wahrer Ruck durch Fans und Mannschaft. Fortan spielte nur noch eine Mannschaft und kreierte Chance um Chance. So tapfer sich die Gäste auch wehrten, sie konnten nicht verhindern was folgen sollte.

Einen Freistoß schlug der an diesem Tag sehr konzentriert agierende Endgegner Bowser auf Domi Trivilino. Dieser setzte sich am rechten Flügel durch und schloss aus kurzem Winkel ab. Der Buchenauer Keeper konnte das Leder nur in die Mitte abwehren, in der nun die Magie stattfinden sollte. Umringt von Gegenspielern stach „Suppe“ wie Asterix durch eine Römerlegion, stoppte den Ball in Messi-Manier und streichelte den Ball als wäre er seine langjährigen Freundin, so dass dieser vor ihm zu stoppen kam. Anschließend entsicherte er sein rechtes Schußbein, spannte den Hahn und feuerte die Kugel mit der Geschwindigkeit und Wucht einer Kanonenkugel in die Maschen des Gästetors. Selten lagen Grazilität, Wucht, Ästhethik und pure Gewalt so nah beieinander. Buchenau zog die einzig richtige Konsequenz und kapitulierte noch an Ort und Stelle, womit das Endergebnis von 3:1 und der Quasi-Aufstieg feststanden.

Wie aus Kreisen der Fifa zu hören ist, wurde einem Sonderantrag stattgegeben, wonach das Tor, welches im Volksmund als „Das Salz in der Suppe“ bezeichnet wird, nachträglich bei der Wahl zum Tor des Jahres zugelassen wird. Auch die 11Freunde-Redaktion reagierte prompt und erweiterte seine Frühstücksbrettchen-Kollektion um Suppenteller mit entsprechendem Design. Fans sollten sich aber nicht zu früh freuen, durch die vielen Vorbestellungen wird mit einer Wartezeit von bis zu 7 Wochen gerechnet. Aus Insider-Kreisen ist zudem zu hören, dass die 20 größten werbetreibenden Unternehmen bei der Suche nach einem Testimonial allesamt schon bei Süppche Lange angeklopft hätten. Hier scheint Maggi derzeit in der Pole-Position. Wie es auch weitergeht mit dem Team und seinem Ausnahmespieler – wir alle sollten dankbar sein, dass wir Zeuge eines großartigen Sportmoments sein durften!

Stimmen zum Spiel:

Tim Platt (noch Trainer FCC): „Ich denke, ich werde mich in den kommenden Tagen hinterfragen müssen. Wie ich solch pures Talent so lange übersehen konnte, ist mir selbst schleierhaft. Ich werde die richtigen Konsequenzen aus dem Vorfall ziehen, das verspreche ich.“

Erik „Nussgesicht“ Schimpf (1. Nachsitzender FCC): „In letzter Zeit wurde viel über unsere Talente geschrieben, die sich in anderen Vereinen durchgesetzt und es bis in die Nationalmannschaft geschafft haben. Noch viel mehr Respekt habe ich aber vor denjenigen, die ihre herausragendes Talent weiter ihrem Heimatverein zur Verfürung stellen. Ich denke hier sollten wir uns alle eine Scheibe abschneiden – pardon – einen Suppenlöffel gönnen!“

Bada Kaiser (Captain und Jedi-Meister): „Stolz ich sehr bin. Viel lernen du allerdings noch musst. Torjubel nicht eines Meister Wert . Zu den Fans rennen und ausziehen du dich musst.“

„Süppche“ Lange (Mit 6 Minuten pro Tor effizientester Stürmer der Gruppenliga): „Ich denke in dieser Situation heißt es Ruhe bewahren und demütig bleiben. Ich bleibe weiter bescheiden und kann nicht mehr tun, als in jeder Trainingseinheit, in der ich anwesend bin, alles zu geben. Dieses Tor hätte so jeder schießen können… haha, das war ein Witz. Ein geiles Ding war das! Ole Ole!!!“

„El Torre“ Gräf (Ehrenpräsident und Ehrenmann): „ALEEEEX LAAAANGEEE! ALEEEEX LAAAANGEEEE“