5:3-Auswärtssieg. FCC in der ersten Hälfte mit Glück. In der zweiten – bis auf eine Wackelphase kurz vor Schluss – bärenstark.

SV Bauerbach vs. FC Cleeberg 3:5 – Wer an diesem Sonntag wegen des schlechten Wetters zuhause auf der Couch geblieben ist, hat was verpasst! Eine rassige Partie, Chancen im Minutentakt, einen Führungswechsel, eine (erfolglose) Aufholjagd und nicht zuletzt acht (!) Tore. All das wurde den Zuschauern auf dem Sportgelände in Marburg-Bauerbach geboten.

Die Anfangsphase der Partie ging an den Gastgeber. Der SV hatte in der ersten halben Stunde fünf erstklassige Gelegenheiten in Führung zu gehen. Aber entweder scheiterten Manuel Brehm und Leonard Rashtaj an ihren Nerven oder an Christian Weber im Tor des FCC. Eine der besten Offensiven der Gruppenliga verlangte Cleeberg alles ab. Glück und Geschick verhinderten, dass das Spiel nicht schon zumindest vorentschieden war. Andererseits: gänzlich chancenlos war die von Jannik Hesse gecoachte Mannschaft nicht – Salvatore Russo, Benedikt Heinz und Dominik Trivilino kamen auch zu guten Tormöglichkeiten – aber weder in qualitativer, noch in quantitativer Hinsicht konnte das mit den Gastgebern mithalten. Nach einer guten halben Stunde fiel dann der verdiente Führungstreffer. Weber faustete einen Eckball direkt auf den Kopf von Pascal Köhler. Nach einer gefühlten Ewigkeit landete sein folgender Kopfball im weiten Bogen schließlich im Netz des FCC’s (33.). Da half auch Peter Flink’s Rettungsaktion nicht mehr. In der Folge war dann der FCC am Drücker und Bauerbach stellte die Offensivbemühungen vorübergehend ein. Erst quasi mit dem Pausenpfiff scheiterte Brehm einmal mehr an Weber. In der Zwischenzeit fand ein kleines Powerplay in der anderen Hälfte statt. Wiederum waren es die drei (Russo, Trivilino und Heinz), die zum Abschluss kamen, aber den Ball zunächst nicht im Tor unterbrachten. Erst in der 43. Minute schaffte es Trivilino nach Zuspiel von Hesse, die Kugel zu versenken.

Insofern kam die Pause fast ungelegen, aber Sebastian Kaiser und Co. machten in den zweiten 45 Minuten direkt da weiter, wo sie aufgehört hatten. Direkt nach Wiederanpfiff ließ Heinz auf der rechten Seite seinen Gegenspieler buchstäblich stehen und flankte so punktgenau auf Trivilino, dass es ihn keine Mühe kostete einen Doppelpack zu schnüren. Der eingwechselte Metin Alkan erwies seiner Mannschaft dann diverse Bärendienste. Zunächst foulte er Heinz derart unmotiviert, dass er die erste und einzige gelbe Karte der Partie kassierte. Als nächstes und nur wenige Minuten später schubste er Cleeberg’s Kapitän Sebastian Kaiser mehrfach im Sechzehner, so dass der auch ansonsten gute Schiedsrichter Müller, ein wenig verdutzt ob der Offensichtlichkeit, auf Elfmeter entschied. Den verwandelte Trivilino zum 3:1 und erzielte somit seinen 16. Saisontreffer, was vorübergehend gleichbedeutend mit der Führung in dieser Wertung ist (64.). Nun tat Bauerbach wieder mehr für das Spiel und hatte unter anderem durch Leo Rashtaj die Chance zu verkürzen, aber Weber konnte alles parieren. Mitten in diese Bemühungen fiel dann das 4:1 durch Benedikt Heinz, der Fabian Beilborn im Tor des SV mit einem satten 20 Meter-Geschoss nicht den Hauch einer Chance ließ (73.). Mit einer eigentlich beruhigenden Führung im Rücken beendete der FC das Spiel allerdings nicht. Jetzt hatte Bauerbach scheinbar das entscheidende Quäntchen zuzusetzen. Denn in der letzten Viertelstunde gelang dem guten Mischa Trier ein Doppelpack. Zunächst überwand er Weber mit einem Kunstschuss aus 25 Metern (74.) und schließlich verwandelte auch er einen Elfmeter sicher zum Anschlusstreffer (86.). Das haben die bisherigen Duelle mit Bauerbach für den FCC bestätigt: Man darf sich nie zurücklehnen, es geht meist hoch her. In einen offenen Schlagabtausch mit besten Gelegenheiten hüben wie drüben endete die Partie mit der Entscheidung durch den eingewechselten Raphael Bause. Eine Ecke von Andre Böttner verwertete er per Hacke sehenswert zum 5:3.

Punktgleich mit Bauerbach und dem Nachbarn aus Waldsolms befindet sich der FC Cleeberg nun auf Position acht. Da einige Mannschaften im unteren Drittel der Tabelle aber noch teilweise vier Spiele weniger absolviert haben, ist der aktuelle Vorsprung von elf Punkten mit Vorsicht zu genießen. Nötig ist er auf jeden Fall, denn in den nächsten beiden Partien warten die Mannschaften von Platz eins und zwei (Kinzenbach und Wieseck).


Stenogramm

SV Bauerbach: Beilborn; Ashgedom (71. Bandaogo), F. Rashtaj, L. Rashtaj, Köhler (52. Alkan), Barth, Trier, Braun, Brehm, Czyrzewski, Abraham (60. Rauch)

FC Cleeberg: Weber; Hesse, J. Kaiser, S. Kaiser, Russo, Trivilino (92. Mangi), Lehr (90. Lotz), Flink, Böttner, Bernhardt, Heinz (76. Bause)

Schiedsrichter: Sebastian Müller (Herborn)

Tore: 1:0 Köhler (33.), 1:1 Trivilino (43.), 1:2 Trivilino (47.), 1:3 Trivilino (FE, 64.), 1:4 Heinz (73.), 2:4 Trier (74.), 3:4 Trier (FE, 86.), 3:5 Bause (94.)

Gelbe Karten: Alkan

Zuschauer: 110