FCC hält nach Führung Trümpfe in Händen. Individuelle Fehler besiegeln Niederlage. Chancen auf Klassenverbleib nun sehr gering.

SG Treis/Allendorf – FC Cleeberg 3:1 (0:1) – Bei Kaiserwetter und einer tollen Kulisse standen sich beide Mannschaften zu einem Abstiegsendspiel gegenüber. Die erste Hälfte konnte der FC Cleeberg für sich entscheiden. Denn obwohl die Gastgeber immer mal wieder in die Nähe des Cleeberger Gehäuses kamen, so blieben sie doch harmlos. Auf einem etwas holprigen Platz wollte zunächst keine Mannschaft den ersten – möglicherweise entscheidenden – Fehler fabrizieren. Lange Zeit blieb es somit bei den Chancen von Christian Otterbein (2.) einerseits und Benedikt Heinz andererseits. Viel spielte sich im Mittelfeld ab und die Abwehrreihen standen tief und solide. Wie so oft in diesen Konstellationen, war es eine Standardsituation, die Schwung in die Sache brachte. So trat Raphael Bause zum Freistoß auf der rechten Seite an und bediente Yannick Lehr am kurzen Pfosten. Der ließ den Ball über den Scheitel wischen und verlängerte ihn ins lange Eck zum 1:0 für den FCC. Eine Erlösung für die angespannten Nerven im Cleeberger Lager und bis zur Halbzeit schafften es die Mannen von Trainer Daniel Schäfer das Ergebnis zu verwalten, ohne selbst noch einmal offensiv gefährlich in Erscheinung zu treten. Unverdient war die Führung allerdings nicht, denn spielerisch war man dem Aufsteiger überlegen. Einzig Thomas Diehl probierte es kurz nach der Führung noch einmal mit einem Schuss, der sein Ziel aber deutlich verfehlte.

Die Ausrichtungen beider für die zweite Halbzeit waren demnach simpel: Treis machte sich noch in der Kabine lautstark heiß für die zweite Halbzeit und sparte nicht an Selbstkritik. Cleeberg konnte es da schon cooler angehen und wollte aus einer stabilen Defensive Nadelstiche setzen und so den entscheidenden Treffer landen. Bereits in Minute 54 konnte man eindeutig konstatieren, wessen Taktik aufgegangen war. Cleeberg verlor vorübergehend völlig den Faden. Und als man wieder in die Partie fand, fehlten Glück und Geschick um das Spiel noch einmal zu drehen. Nur vier Minuten waren gespielt, da verursachte der sonst so zuverlässige Peter Flink einen überflüssigen Handelfmeter. Kapitän Jascha Reinhardt ließ sich nicht zweimal bitten und besorgte den umjubelten Ausgleich. Nur fünf Minuten später fabrizierte Torben Höhn den zweiten kapitalen Fehler und ermöglichte Thomas Diehl die Führung. Da der FCC nach diesen Nackenschlägen völlig von der Rolle war, konnten sich die Hausherren noch diverse weitere Gelegenheiten erspielen. Wiederum Diehl scheiterte aus kurzer Distanz, nachdem Patrick Lück ein tolles Solo gelaufen war (58.). Später köpfte Reinhardt in aussichtsreicher Position knapp vorbei (76.). Den sinnbildlichen Todesstoß versetzte SG-Kapitän Reinhardt dem FCC in der 79. Minute. Im Anschluss an einen Eckball nutzte er eine Unachtsamkeit zum entscheidenden 3:1. Cleeberg gab zwar nicht auf, aber mehr als zwei Kopfbälle – einen des eingewechselten Sebastian Kaiser und einen Lehr’s – sprangen in der Schlussoffensive nicht mehr heraus.

Die Mission Klassenerhalt scheint für den FC Cleeberg mit mindestens sieben Punkten Rückstand auf den ersten Nichtabstiegsplatz nicht mehr realistisch. Am kommenden Samstag steht das drittletzte Spiel der Saison in Bauerbach an. Anstoß ist um 15 Uhr.

Stenogramm

SG Treis/Allendorf: Kontaxis; Hausner, Lotz, Otterbein, Polat (74. Kastrati), Lück, Schwabauer (89. Wilhelm), Reinhardt, Lautenschläger, Diehl (79. M. Fey), D. Fey

FC Cleeberg: Weber; Höhn, Schimpf (53. S. Kaiser), Knapp (53. Bernhardt), Flink, Bause, Huisgen, Wiesenfeller, Hesse (72. J. Kaiser), Heinz, Lehr

Schiedsrichter: Thomas Josefczuk; Assistenten: Lena Holzapfel & Maximilian Zuncke

Tore: 0:1 Lehr (34.), 1:1 Reinhardt (49., FE), 1:2 Diehl (54.), 3:1 Reinhardt (79.)

Gelbe Karten: D. Fey, Kontaxis (SG) – Flink, Höhn (FCC)

Zuschauer: 230