Nach dreizehn Jahren musste der FC Cleeberg im Sommer nach einer sehr enttäuschenden Saison den Abstieg aus der Gruppenliga Gießen/Marburg hinnehmen. Somit wird es zum ersten Mal seit der Saison 2002/2003 wieder Kreisoberliga-Fussball im oberen Kleebachtal geben.
Personell lässt sich festhalten, dass der größte Teil des Kaders beisammen bleibt. Allerdings verlassen drei Spieler den FCC: So zieht es Dominik Trivilino zum Frankfurter Gruppenligisten FC Neu-Anspach. Er spielte zwei Jahre für den FCC und wurde gleich im ersten Jahr Torschützenkönig (23 Treffer). Nur ein Jahr blieb Torben Höhn, der zum SC Waldgirmes II wechselt. Deutlich länger war Jannik Hesse Teil des FCC’s: Mit einer einjährigen Visite beim VfR Butzbach als Unterbrechung, wurde er in insgesamt acht Jahren auf und neben dem Platz ein wichtiger Bestandteil und ein verdienter Spieler des FC Cleeberg. Aus beruflichen und privaten Gründen wechselt er nun zurück zu seinem Jugendverein SV Nieder-Weisel.
Der FC Cleeberg wünscht den Dreien alles Gute und bedankt sich für das Geleistete!
Um gut gerüstet in die neue Runde zu gehen, ist man aber ebenfalls nicht untätig geblieben. So tragen insgesamt vier Neuzugänge in der neuen Saison das hellblaue Trikot. Vom SV Nieder-Weisel kommen Philipp Watz und Johannes Fett zum Team von Trainer Daniel Schäfer. Die beiden 21, bzw. 20-jährigen haben bereits in Ihrer Jugendzeit für Cleeberg gespielt und kennen sich daher schon an der Oberkleener Straße aus. Watz ist Offensivkraft und ein gebürtiger Cleeberger. Fett kommt aus dem nahen Espa und spielt auf den rechten Außenpositionen.
Neuzugang Nummer drei ist Mittelfeldspieler Dominik Schmidt, vom RSV Büblingshausen. Er trat in der vergangenen Runde noch im Relegationsspiel gegen die Cleeberger Reserve an, steckte allerdings eigentlich noch in der Reha, nachdem er sich in der vergangenen Saison langwierig verletzte.
Zu guter Letzt stößt Alexander Flink zum FCC. Neben den Kaiser’s, werden nun also auch zwei Flinks für den FCC auflaufen, denn Alexander ist Peter’s älterer Bruder. Er kommt von Kreisoberliga-Absteiger FSV Braunfels II. Dort war er im defensiven Mittelfeld eingesetzt.
Besonders erfreulich ist zusätzlich, dass die gute Jugendarbeit des FCC endlich Früchte tragen kann: Mit Pascal Kühn, Marvin Gath, Leon Siegl, Andre Krick und Moritz Schmidt kommen gleich fünf Spieler ins zweite A-Jugendjahr und können somit auch im Seniorenbereich eingesetzt werden. Der Fokus der Fünf wird auf der kommenden Saison in der A-Jugend-Gruppenliga liegen, in der sie für die SG Waldsolms antreten. Aber den einen oder anderen positiven Eindruck konnten sie bereits jetzt hinterlassen und sie werden sicher hier und da erste Erfahrungen im Seniorenbereich machen können.
Neben all den mannschaftlichen Veränderungen ist die neue Klasse natürlich eine gewisse Unbekannte für die Mannschaft von Trainer Daniel Schäfer. Der hatte im Übrigen schon im Winter seine Zusage für die kommende Runde gegeben, unabhängig davon, ob der Klassenerhalt gelingt.
Er ist es auch allen voran gewesen, der seiner Mannschaft deutlich machte, dass man nicht davon ausgehen sollte, dort nach Belieben dominieren zu können: Ganz im Gegenteil! Und er kann es beurteilen, da er die Klasse mit dem FC Burgsolms über Jahre kennenlernte.
So wird manche robuste Mannschaft dem FCC andere Qualitäten abverlangen, als die teilweise zusammengekauften Truppen aus den Bereichen Wetzlar, Gießen und Marburg. In der KOL wird es nicht an eingeschworenen Teams mangeln, die nur allzu gern einem ehemaligen Gruppenligisten eine Niederlage beifügen wollen.
Das zu verinnerlichen wird die größte Herausforderung sein, um gut in die kommende Saison zu starten und eine – tatsächlich – neue Zeitrechnung beim FC Cleeberg einzuläuten.
Leider stehen die Vorzeichen dafür aktuell alles andere als gut! Da sind zum einen unnötige Testspielniederlagen, wie gegen den TuS Naunheim oder maue Auftritte wie gegen den klassentieferen SV Volpertshausen zu nennen. Aber über die Aussagekraft von Testspiele lässt sich ja bekanntlich ohnehin streiten.
Langfristig jedoch wird es kaum folgenlos bleiben können, wenn die Trainingsbeteiligung unzureichend ist. Wenn also von einem 20-Mann-Kader noch nicht einmal die Hälfte des kickenden Personals anwesend ist – egal, ob es aufgrund eines Urlaubs, einer Blessur oder studienbedingt geschieht – lässt das die Aussichten auf einen guten Saisonstart schwinden.
Wohin die Reise für den FCC geht, wird also nichts anderes als ein Abenteuer.