Dass es bei Freitagabend-Spielen teilweise rassig zu und hoch hergeht, wissen Fussballfans. Dass es an diesem Abend für den FC Cleeberg allerdings derart gut laufen würde, hätte vorher (fast) keiner zu denken gewagt.In einem schon zu Beginn munteren, aber chancenarmen Spiel dauerte es bis zur 22. Minute, ehe David Pizzini Joshua Müll halb links bediente und der gekonnt ins lange Eck vollendete.
In der Folge war die Heimmannschaft am Drücker: Cemal Gümüs vergab eine Vorlage von Santino Speier und schoß knapp über das Cleeberger Tor (23. Min.). In der 27. Minute köpfte Nicolai am Tor vorbei. Die Vorlage dazu gab Steffen Spottka, nachdem er in einer starken Szene 2 Abwehrspieler düpiert hatte.
Aber wie sich auch später noch bewahrheiten sollte, wusste die Mannschaft von Trainer Andreas Wirth zur rechten Zeit, die richtige Antwort: Nach einem katastrophalen Rückpass der Kinzenbacher Abwehr schaltete David Pizzini am schnellsten, lies sich nicht zweimal bitten und netzte cool ein (35. Min.).
Die restlichen zehn Minuten bis zur Halbzeit wurden souverän abgespult, ohne dass man in der Defensive in Gefahr geriet.
In der Halbzeit wechselte Coach Wirth die angeschlagenen Julius Loos und Joshua Müll für Salvatore Russo und Yannik Hennen aus. Auch die Gäste hatten zu diesem Zeitpunkt schon zweimal getauscht.
In den ersten zehn Minuten von Hälfte zwei dann kam es zunächst zu Torannäherungsversuchen von Christian Theisinger, nach Vorarbeit von Russo und Pizzini und Spottka mit einem Freistoß.
Dann aber überschlugen sich die Ereignisse!
Zunächst das 3:0 aus Cleeberger Sicht in der 56. Min.: Nach einer feinen Flanke von Jannik Jörg , vollendete Yannik Hennen mit einem Lehrbuch-Kopfball am langen Pfosten gegen die Laufrichtung des Keepers ins lange Eck. Nur zwei Minuten später wurde die FCC-Defensive überrumpelt. So eroberte Spottka im Mittelfeld den Ball und schickte den lauffreudigen Tommy Ried auf die Reise. Der bediente von der rechten Seite Speier, der zentral vor dem Tor nur noch den Fuß hinhalten musste und zum 3:1 traf. In dieser Situation geschlagen, stand die Abwehrreihe um Dauerbrenner Daniel Mangi sonst allerdings sicher und räumte weg, was kam!
Wie schon erwähnt, kam die passende Antwort umgehend: Pizzini bediente Timo Sänger der ebenfalls frei vor dem gegnerischen Tor auftauchte und locker einschob (59.) – 4:1.
Damit war aller aufkommender Kinzenbacher Optimismus im Keim erstickt. In der Folge kam der FC in einer nickligen Partie noch zu zwei Toren. Zuerst legte Sebastian Kaiser mit der Hacke David Pizzini auf, der mit einem Schlenzer ins rechte Eck dem bemitleidenswerten Kinzenbacher Keeper keine Chance ließ (66.). In Minute 78. setzte Salvatore Russo Abwehrmann Yavuz Kaplan so sehr unter Druck, dass dieser den Ball nicht kontrolliert abspielen konnte. Er stibitzte den Ball und schloss gekonnt durch die Beine des Keepers ab. Auch Kinzenbach hatte in der Schlussphase Chancen. Aber ein scharfer Freistoß von Spielertrainer Andre Weinecker (Lattenkreuz) und ein Schuss des eingewechselten Simon Kauss änderten nichts mehr am Endstand dieser Partie.
Insgesamt sicher die „Saisonbestleistung“ der Cleeberger Mannschaft bisher, die sich auf dem anstehenden Straßenmusikfest nun durchaus sehen lassen kann!
Für den FC Cleeberg geht es Sonntag, den 16.09. in Espa weiter gegen den VfB Marburg.
Stenogramm:
SG Kinzenbach: Müller; Kaplan, Dreiling (46. Klosok), Koritkowski, Anker ( 14. Medebach), Spottka, Speier, Ried, Gümüs, Weinecker, Nicolai (77. Kauss)
FC Cleeberg: Misgaiski; Sänger, Jörg, Loos (46. Hennen), Mangi, Böttner, Joshua Müll (46. Russo), Benedict Müll, Pizzini, Sebastian Kaiser, Theisinger (73. Knapp)
Schiedsrichter: Pirmin Mülot (Romrod)
Tore: 0:1 Joshua Müll (22.), 0:2 Pizzini (35.), 0:3 Hennen (56.), 1:3 Speier (58.), 1:4 Sänger (59.), 1:5 Pizzini (66.), 1:6 Russo (78.)