Mäßiges Spiel. Jede Menge Hektik. FCC agiert nicht clever genug.

FC Cleeberg vs. SSV Langenaubach 0:2 – Die Ausgangslagen beider Mannschaften waren recht unterschiedlich: Für Langenaubach ging es ganz existentiell um den Ligaverbleib. Je nachdem wie die Spiele der anderen Abstiegskandidaten ausgegangen wären, hätte der SSV auch noch direkt absteigen können. Der bereits gesicherte FC Cleeberg wollte nicht das letzte Saisonheimspiel verlieren und wie schon gegen Michelbach nochmal einen Dreier einfahren.

Chancentechnisch eröffnete Joshua Müll die Partie in der siebten Minute. Er nahm ein Abpraller volley, verfehlte allerdings das Tor. Erster Jubel bei den Gästen brandete irrtümlicherweise auf, als Mark Heller zwar das Tor traf, sich aber im Abseits befunden hatte (8.). Zu Recht durfte dann zehn Minuten später gejubelt werden. Wieder war es der schnelle Heller, auf den aus dem Mittelfeld durchgesteckt wurde. Der ließ erst Christoph Becker im eins gegen eins stehen und gab dann auch Christian Weber im FC-Tor das Nachsehen und schob zum 1:0 ein.
Der FCC wollte diesen Rückstand umgehend egalisieren, aber direkt nach Wiederanpfiff wurde Andre Böttner in aussichtsreicher Schussposition geblockt. In der 23. Min. war dann Zeit für den ersten Aufreger: Niklas Schleifer drang rechts in den Strafraum ein und sah sich Libero Erik Schimpf gegenüber. Den eigentlich sauberen Zweikampf gewann der Stürmer auch, konnte aber trotzdem nichts Zählbares für seine Farben rausholen…dachten vermutlich alle… Dass sich Spieler und Zuschauer darin täuschten, machte Schiedsrichter Ndongala recht schnell klar, als er auf Elfmeter entschied. Patrick Dittmann trat an und scheiterte aber gerechterweise am starken Christian Weber. In der 29. Minute konnte Pomplun im Tor des SSV einen scharfen Freistoß von Andre Böttner nicht festhalten und klatschte den Ball nur nach vorne ab. Der lauernde Timo Sänger schaltete am schnellsten und schickte sich an, aus 4 Metern einzuschieben. Verhindert wurde das allerdings durch das gestreckte Bein Pomplun’s, das aber nicht den Ball sondern das Schienbein von Sänger traf. Hier entschied der Schiedsrichter nicht auf Strafstoß. Zwei Minuten später war es wieder Weber, der mit einer Glanzparade einen Fernschuss von Jan Kneifel über das Tor lenkte. Die folgende Ecke landete auf dem Kopf von Thorsten Seibert, der sich am kurzen Pfosten postiert hatte. Und auch aus der kurzen Distanz war Weber in dieser Situation nicht zu bezwingen. Er tauchte schnell ab und hielt. Die erste Halbzeit endete mit zwei Möglichkeiten für die Cleeberger. Aber weder Andre Böttner (drüber), noch Alexander Bernhardt (scheiterte an Pomplun) hatten mit ihren Schüssen Erfolg. Es war bis dahin kein hochklassiges Spiel, aber es war Pfeffer drin und beide Mannschaften schenkten sich nichts.

Zur zweiten Halbzeit blieb das Bild zunächst unverändert. Chancen ergaben sich auf beiden Seiten. Zuerst legte Böttner nach einem Solo dem eingewechselten Yannik Lehr auf, der seinen Schuß aber über das Tor setzte (50.). Dann wurde auf der Gegenseite Patrick Dittmann die Gelegenheit gegeben, sich im Strafraum mit dem Ball am Fuß zu drehen und einen Abschluss zu erzielen. Einen Torerfolg konnte der Zerberus im Cleeberger Tor aber wiedermal verhindern, indem er den Ball mit den Fingerspitzen um den Pfosten lenkte. Der erste Aufreger in dieser Hälfte war die Gelb/Rote Karte für Benedict Müll. Da der Schiedsrichter sparsam mit Richtungsangaben seiner Entscheidungen war, machte Müll ihn darauf aufmerksam. Außerdem wollte er einen Einwurf ausführen, der dann aber doch Langenaubach zugesprochen wurde. Nach einem kurzen Gespräch, zeigte der Schiedsrichter dann Gelb und sofort Gelb/Rot. Dass Cleeberg in der Folge einen Mann weniger auf dem Feld hatte, fiel nicht auf, denn die kämpferische Einstellung machte den an diesem Tag fehlenden Spielwitz wett. In der 68. Minute war es dann Christian Theisinger, der einen Eckball auf die Latte setzte. Nur zwei Minuten später fiel aber doch das 2:0 für die Gäste. Dittmann nahm eine Flanke aus dem Halbfeld gekonnt im Sechzehner an und ließ dann mit einem Spannstoß dem Cleeberger Keeper keine Chance.
Knüppeldick kam es eine Minute später. Sebastian Kaiser setzte eine Grätsche im Mittelfeld einen Moment zu spät an und traf deshalb nicht den Ball, sondern den Gegenspieler. Der Schiedsrichter zückte direkt die rote Karte. Eine harte Entscheidung. Aufgeben wollten sich die Cleeberger dennoch noch nicht. So hatte Sänger in der 72. Minute völlig freistehend die Möglichkeit einzuschieben. Aber der Ball setzte vorher tückisch auf und so war kein ordentlicher Abschluss möglich. Mit zweifacher Überzahl und einer nun defensiven Taktik ergaben sich zwangsläufig Kontergelegenheiten für den SSV. Aber weder eine „Vier gegen Einen“-Situation (79.) noch ein Alleingang von Heller (90. +1) brachten noch etwas ein. Auch hier hatte Weber meist seine Finger im Spiel und avancierte spätestens jetzt zum besten Cleeberger! Er hatte entscheidenden Anteil daran, dass es beim 2:0 für die Langenaubacher blieb. Die feierten nach dem Schlusspfiff den direkten Klassenerhalt ausgelassen auf dem Feld.

Alles in allem hat der FCC nicht clever genug agiert. Sich in so einem Spiel zwei Platzverweise einzuhandeln und deshalb am Ende gegen völlig ausgepowerte Gäste nichts mehr zusetzen zu können war unnötig und hat letztlich einen Punktgewinn verhindert.

Trainer Andreas Sinkel befand, dass es zwar insgesamt und auch von seiner Mannschaft kein gutes Spiel war, aber sie habe gekämpft und müsse sich keine Vorwürfe in Sachen Moral und Kampfgeist machen.

Stenogramm:

FC Cleeberg: Weber; Schimpf, Mangi, Sebastian Kaiser, Sänger, Johannes Kaiser (46. Yannik Lehr), Becker, Böttner, Joshua Müll (71. Hesse), Benedict Müll, Bernhardt (75. Theisinger)

SSV Langenaubach: Pomplun; Haffner, Hanke, Seibert, Meng (52. Schmitting), Dittmann, Kneifel (87. Kurt), Gail, Schleifer, Cestonaro, Heller

Schiedsrichter: Nelson Ndongala (Wiesbaden); Assistenten: Ashis Gurung & Veith Lang

Tore: 0:1 Heller (17.), 0:2 Dittmann (70.)

Gelbe Karten: Schimpf, Benedict Müll, Hesse (Cleeberg) – Cestonaro, Meng, Dittmann (Langenaubach)

Gelb/Rot: Benedict Müll (58.) wegen Reklamierens

Rot: Sebastian Kaiser (71.) wegen groben Foulspiels